Voller Realismus.

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hier gipfelten vereinzelte Versuche in Immermanns „Oberhof“
(1839). Allein in den meisten dieser Produkte und selbst auch
im „Oberhof“ wurde ein wirklicher Realismus eigentlich doch noch
nicht erreicht. Gewiß gelang es Immermann, dem zerfahrenen,
broblematischen, überromantischen Münchhausen in den klaren,
festen Bauernnaturen Westfalens fesselnde Parallelcharaktere
gegenüberzustellen, und eben in dieser Kontrastierung sieht er
schärfer; aber seine Frauengestalten bleiben noch blutleer gleich—
sam im Bereiche einer auszehrenden idealistischen Luft und
romantisch farblos. Endlich hat auch die ethnographische
Schilderung und der ethnographische Roman frühem Realismus
eine gewisse Unterkunft geboten: auch hier wird man wieder
an die Entfaltung der Landschaftsmalerei, namentlich auch an
die Durchbildung der italienischen und mittelmeerischen Vedute
erinnert. In diesen Zusammenhang gehören Leopold Schefers
Novellen, deren erste 1825 bis 1829 erschienen. Schefer ist vor
allem im östlichen Mittelmeer, an den Küsten von Hellas und
Kleinasien und auf den Agäischen Inseln zu Hause; und während
seine Charakterstudien noch weich und verschwommen bleiben,
schildert er die Landschaft nicht ohne Geschick, schriftstellerisch
schon auf der malerischen Entwicklungshöhe etwa eines Leopold
Robert. Aber Nachfolger hat er nicht gehabt; vergebens würde
man sie etwa unter den Verfassern der zahlreichen Romane
aus den Jahren der griechischen Freiheitskämpfe suchen, die
in Deutschland nicht wenig beliebt waren. Dagegen fand sich
ein Schilderer von großer Kraft der Imagination und der
Wiedergabe für ein ganz anderes, damals noch voll exotisches
und doch den Deutschen verwandtschaftlich nahes Gebiet, für
Nordamerika. Es war Karl Postel (Charles Sealsfield). Postel
hatte von 1822 ab in Amerika gelebt, ließ sich 1832 in der
Schweiz nieder und veröffentlichte nun vor allem im folgenden
Jahrzehnt eine Reihe von Romanen, die das größte Aufsehen
erregten. Was Postel vor allem auszeichnete, das war die
Virtuosität der ethnographischen und noch mehr der land—
schaftlichen Schilderung. Bewältigte er die erste vor allem
dadurch, daß er die verschiedenen Nationalitäten so viel als