Voller Realismus.

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Einen anderen entwicklungsgeschichtlichen Höhepunkt der
subiektivistischen Richtung des realistischen Romans bezeichnen
die Werke Spielhagens (geb. 1829). Spielhagen hat einmal
geäußert: „J was always of opinion — Ich war immer der
Meinung — das ist der recht eigentliche Anfang für den
modernen Roman. Der epische Dichter unserer Tage hat uns
nichts zu sagen als: Ich habe diese Meinungen von Gott und
den Menschen, und so bin ich zu diesen Meinungen gekommen.“
In der Tat hat Spielhagen damit das eigentliche Wesen seiner
Romandichtung richtig beschrieben. Aber neben diese absolute
Subjektivität des innersten Erlebnisses trat bei ihm ein anderes:
die absolute und weiter und tiefer als bei irgendeinem andern
Dichter dieser Richtung fortgeführte Verobjektivierung dieses
Erlebnisses in der Form. Und das eben erhebt seine Romane
zu reineren Kunstwerken, als es die stofflich vielfach weit be—
deutenderen Werke Kellers und Raabes und auch Vischers
geworden sind: wenn es zu einer abgeklärten Kunstform des
objektivierten Ich-Romans des ausgehenden Realismus überhaupt
gekommen ist, so hat Spielhagen sie entwickelt, wie er denn
auch oft und gern über diese Kunstform systematisch nachdachte.
Spielhagens erster großer Roman, die „Problematischen
Naturen“ (1860—61), führt in die vormärzliche Zeit: es ist
die reifste Darstellung der verschiedenen wichtigsten Abarten der
problematischen Naturen, die wir in unserer Literatur besitzen.
Dabei ist der Standpunkt zu dem Thema etwa so genommen,
wie in Kellers „Grünem Heinrich“; der Dichter betont gegen⸗
über dem Überschwang der vierziger Jahre, daß Großes, ja
Dauerndes nur geschaffen werden kann, wo man ruhigen Fußes
auf fester Erde steht. Sozialen Problemen sind dann die
folgenden Romane, „Die von Hohenstein“, „In Reih und Glied“,
„Hammer und Amboß“ (1863, 66, 69), gewidmet, wie denn
dem Dichter die gesellschaftlichen Fragen der Zeit näher stehen
als die politischen; und in den meisten Fällen verknüpft sich

daß sich in ihnen schon imprefsionistische Elemente in einer gewissen Ent—
wicklung finden.