Voller Realismus.

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Und so endete man in Requisitenspäßen und Wortwitzen:
banalen Scheinwirkungen.
So war denn diese Zeit im gewissen Sinne das Dorado
des Schauspielers: auf seine Bedürfnisse wurden die Stücke
allmählich zugeschnitten. Aber hob ihn das? Keineswegs; so
sehr jetzt gewisse Mimen Virtuosen der Mätzchen wurden, dafür
aber die Charakterzeichnung in um so verwaschenerem Umriß hin⸗
warfen. Aber selbst so äußerlich wurde nicht der Schauspieler
Herr, sondern der Regisseur. Man verwarf sich aus historisch—
archäologischen Gründen der Ausstaffierung auf die Not—
wendigkeit eines Ensembles: die Schauspieler und die Kulissen
wurden zusammengestimmt. Geschah das mit künstlerischem
Sinn und aus dem Pathos einer edlen Menschlichkeit heraus,
wie in der Truppe des Herzogs von Meiningen, so mochten
dabei wohl treffliche Aufführungen der Werke großer Meister
der Vergangenheit herauskommen: war es nicht mindestens, als
sähe man die Malereien eines Lessing, Piloty, Defregger
ebendig geworden?
Im allgemeinen aber waltete der Regisseur mit einem
philistrssen Despotismus seines Berufes. Er interpretierte
Hamlet nicht als an Entschlußlosigkeit krankenden Prinzen,
sondern als Träger shakespearischen Lebensverständnisses: denn
nicht auf eine schwächliche Intuition komme es beim Schauspiel
an, sondern auf die Macht des analytischen Verstandes. Er
unterwarf sich mit dem Schauspieler den Dichter; und selbst
wo Dichter etwa Lieblingsakteuren Leibstücke geschrieben hatten,
arbeitete sein zeilen- und gedankenmordender Rodtstift.
So war denn alles in hübscher Subordination, und die
Konzeption wich der Technik, das Drama der Bühne. Und da
war es denn ein ganz entsprechender Ausdruck der Lage, wenn
das aufholende Wirtschaftsleben der Unternehmung das Theater
der Gewerbegesetzgebung unterstellte und die fortwaltenden Be—
hörden des alten Absolutismus zwar die Bühnenzensur dran⸗
gaben: an der Theaterzensur aber mit Zähigkeit festhielten.
Echte Dichternaturen, wie etwa Herrig, wandten sich in
dieser Zeit von der Bühne ab; die Dramen anderer, wie Geibels