III.

Wir stehen am Ausgange der Phantasietätigkeit des
Realismus. Es ist ein Bild fast endlosen Ringens gegen die
unsichtbare feindliche Macht des Intellektualismus: ein Bild
schließlich des Verfalls.
In den hohen Zeiten des Kampfes aber hatte sich doch
auch hier wieder das Wort bewährt, daß der Krieg der Vater
der Dinge ist; indem der Intellektualismus in seiner für die
Phantasietätigkeit gefährlichsten Durchbildung, der geistes⸗
wissenschaftlichen, und das hieß schon nach dem damaligen
Stande der wissenschaftlichen Bewegung der geschichtswissen⸗
schaftlichen, sich der ästhetischen Einbildungskraft verschmolzen
hatte, war das große Historienbild und das historische Genre,
war der historische und der Gegenwartsroman wie die historische
Novelle und die Aventüre, waren große Oper und, bis zu
einem gewissen Grade, historische Operette entstanden. Es war
gewiß nur eine Kunst für die Zeit; wie viel von ihr ist nicht
schon heute vergessen. Aber es war doch eine starke und klare
Auswirkung des Historismus: die Wissenschaft in demjenigen
ihrer Zweige, der die Dinge stark unter den Begriff der Zeit
stellt, der in der Geschichte der Menschheit sein Zentrum findet,
hatte sich völlig in den Bereichen der Phantasietätigkeit zur
Herrschaft niederlassen können: und es war charakteristisch hier⸗
für, daß alle Kunst dieser Zeit schließlich in denjenigen ihrer
Elemente, die die diskursiven sind, in der Kunsterzählung, im
Historienbild, im historischen Drama und Epos und in der
historischen Oper gipfelte.
In gewissem Sinne ein Gegenstück zu dieser Bewegung
war es, wenn nun gleichzeitig auch der andere Zweig wissen—