Voller Realismus.

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Schopenhauer denn auch von den Grundlagen der idealistischen
Philosophie überhaupt ausgegangen. Allein er hatte, und dies
läßt ihn als Paralleldenker zu den Materialisten der fünfziger
Jahre erscheinen, diese Grundlagen materialistisch weiter ent—
wickelt. Denn hatte Fichte die Welt der Erscheinungen zunächst
als Produkt des absoluten Bewußtseins angesehen, und hatte
es ihm nicht ferngelegen, sie auch als Ergebnis einer göttlichen
Willenskraft zu fassen, so erschien zwar auch Schopenhauer die
Welt als Produkt der Vorstellung und des Willens: aber er
sah in der Vorstellung nur den blinden Drang der Materie
zur Vergegenwärtigung und in dem Willen nur einen dunklen
Trieb zu sein.
Dunkle Instinkte sind somit der Urgrund der Welt; sie sind
egoistisch aufs Leben, aufs Dasein gerichtet: alles ist nur, weil
es den Trieb hat, zu sein. Gewiß erhebt sich dabei dieser Trieb
in den höheren Existenzformen zu intellektueller Schärfe. Aber
dies nur, um diesen Existenzen zu zeigen, daß sie in ihrem Tun
und Streben ewig unbefriedigt bleiben werden. Es ist das
eigentliche Motiv der Ethik unseres Philosophen. Und immer und
immer wieder führt er darum insbesondere auch in der Betrachtung
des menschlichen Schicksals, als des Schicksals des höchststehenden
Organismus, aus, daß jeder menschliche Wille, als das Indivi—
duationsprinzip des menschlichen Organismus, unglücklich machen
müsse: denn als Streben entspringe er dem Gefühl der Un—
zufriedenheit mit dem individuellen Zustande, und als individuell
sei er zur ewigen Nichtbefriedigung dieses Strebens verdammt.
Unser Leben erscheint Schopenhauer deshalb als nichts denn ein
fortgesetztes, teils jämmerliches, teils schreckliches Leid. Es
trägt den Charakter einer großen Mystifikation, um nicht zu
sagen einer Prellerei; es ist eine unnützerweise störende Episode
in der seligen Ruhe des Nichts. Der Wille ist das durch—
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verbergen, wie die Genitalien, obgleich beide Wurzel unseres
Lebens sind.
Natürlich ist darum auch die Welt, in der wir leben,
schlecht; sie ist „an allen Enden bankerott und das Leben ein