Voller Realismus.

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imstande, sich zu Ideen auszuwirken, wie die Idee, ohne Willen
zur Realität zu werden.
Ist dann aber aus dem Unbewußten in der gemeinsamen
Funktion von Wille und Vorstellung die Welt hervorgegangen,
so folgt doch aus dem Überwiegen des Willens in ihr ein
Schopenhauerscher Zustand des Schmerzes: nur daß die
Organismen sich mit ihrem Schmerz in eine Welt hinein versetzt
sehen, die doch nicht das Ideal der Unvollkommenheiten, sondern
dielmehr, wie die aus der Welt überall hervorscheinende Teleologie
heweist, die beste eben noch mögliche ist. In dieser Welt aber
ist es die sittliche Aufgabe, sich zur Willenlosigkeit, zur Besiegung
des Willens emporzuarbeiten. Es geschieht, indem der Mensch
in sich die andere geistige Kraft, das Bewußtsein, bis zum
größtmöglichen Maße steigert: dann wird sich die Vorstellung in
uns vom Willen zu emanzipieren suchen.
Man sieht: diese Philosophie, auf einer Wurzel mit der—
senigen Schopenhauers gewachsen, ist doch immerhin schon
wieder weit weltfreudiger, kraftvoller: sie war die Mode—
ohilosophie eines Geschlechts, das in der Wissenschaft den Trost
der Zeit gesucht, das 1866 erlebt hatte und 1870 entgegen—
ging. In diesen Zeiten aber ist dann die Jugendlehre von
Hartmanns — sechsundzwanzigjährig hatte er sie vollendet — in
der Tat der Glaube weitverbreiteter Schichten gewesen; bis zum
Jahre 1879, im ersten Jahrzehnt also nach ihrem Erscheinen, sind,
in einer Philosophie hassenden Zeit, über 11000 Exemplare des
Buches verkauft worden. Das letzte Wort freilich von Hartmanns
ist das System des Jahres 1868 noch keineswegs gewesen; dem
Denken der zweiten Periode des Subjektivismus schon auf leisen
Sohlen entgegengehend, ist die Philosophie Hartmanns später
zu Formen emporgeläutert worden, deren Wirksamkeit in der
Gegenwart noch keineswegs erschöpft scheint.
In den fünfziger und sechziger Jahren aber waren die Systeme
Schopenhauers und später auch Hartmanns nicht bloß von
intellektuellen Folgen. Wesentlich auch ethisch gewendet, be—
einflußten sie vielmehr im hohen Grade auch praktische Welt—
anschauung und Sittlichkeit. Freilich: ist es nicht richtig, wenn