Voller Realismus. 333

in Lothringen und im Unterelsaß: und webten Sammet und
Seide, Leinwand und Baumwollstoffe, Strumpfwaren und
Tuche; nähten, schneiderten, schusterten, posamentierten, schlugen
als Zeug-, Sensen- und Messerschmiede drein, manch anderer
Tätigkeit nicht zu gedenken. Allein eine soziale Bedeutung
hatte diese Masse wie die Aristokratie ihrer Verleger als solche
schon deshalb nicht, weil sie sie nicht beanspruchten. Ist doch
erst in den siebziger Jahren der Unterschied zwischen Haus—
und Fabrikindustrie begrifflich genauer festgelegt worden: eben
in den Zeiten, da sich der Stand der eigentlichen Fabrikarbeiter
sozial durchzubilden und höhere politische Ansprüche zu stellen
begonnen hatte.
Allein auch dieser neue Stand der Fabrikarbeiter, in dessen
Geschichte die Hausindustriellen eigentlich erst wie im Sinne
einer Reflexerscheinung begrifflich klar auftauchen, war doch in
den vierziger und fünfziger, ja selbst in den sechziger Jahren
noch ohne stärkere politische Bedeutung: erst die Jugendjahre
des Reiches haben die volle Evolution der Sozialdemokratie ge—
sehen.
Freilich trug er dabei von vornherein die Verheißung in
sich, in einem Wirtschaftsleben der Unternehmung zu Worte
zu gelangen, denn er ist der klassische Widerpart des Unter—
nehmers: hier der kaufmännisch geschulte Besitzer der Produktions—
mittel, der Grundstücke, Gebäude, Maschinen, Werkzeuge mit
seiner organisierenden Kraft; dort der besitzlose Inhaber einer
Muskelkraft, Intelligenz, Gesinnung, die in den unbedingten
Dienst der Produktionsmittel und der für sie geschaffenen Or—
ganisation gestellt werden soll.
Allein daß aus diesem Verhältnis heraus die neue Klasse
selbst schon in den Ausgangszeiten der ersten Periode des
Subjektivismus die nötigen wirtschaftlichen, sozialen oder gar
politischen Folgerungen gezogen hätte, davon war man noch
weit entfernt. Für diese Zeiten und ihren Verlauf war es
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Standes, vor allem auch der seelischen Konsequenzen seiner
Tätigkeit, eigentlich bei weitem mehr bei einzelnen Politikern,