Voller Realismus.

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Spinnereien und Webereien hinweg und entwickelten sich
konzentriertere und größere Betriebe. Die Hauptzeit dieser
Krise, aus der eine sehr wichtige Gruppe der neuen industriellen
Gesellschaft hervorging, umfaßte etwa die Jahre 1843 bis
1861, vor allem aber das erste Jahrzehnt dieser Zeit. Die
Zahl der Spinnereien sank damals in Preußen auf den dritten
Teil, der Umfang des einzelnen Geschäftes dagegen stieg, zum
Teil auch schon infolge der Einführung der Kammgarnindustrie,
auf das Drei- bis Sechsfache. Im Jahre 1861 gab es im
ganzen Zollverein 1797 Streichgarnspinnereien mit 1117870
Feinspindeln, so daß auf eine Spinnerei durchschnittlich
629 Spindeln mit einer Bedienung von etwa fünfzehn Personen
zu rechnen waren. Daneben wurde denn auch die Weberei
konzentriert; doch erhielten sich vielfach noch Handstühle. Denn
die Aufgabe in der Wollweberei war weniger die, die nicht um
sehr vieles rentableren mechanischen Webstühle einzuführen,
als in großen geschlossenen „Etablissements“ die Verbindung
——
auch des Färbens und Spinnens herbeizuführen. Eben dies
aber gelang den energischeren der bisherigen Spinner und
Weber von mittlerer Wohlhabenheit vielfach: und so wuchs
hier organischer als sonst und ohne größere soziale Revolution
früh aus dem Kreise der kleineren Fabrikanten ein Stand der
Großindustriellen hervor.
Am leichtesten und harmonischsten indes hat sich die dritte
und letzte der deutschen textilen Großindustrien, die Baumwoll⸗
industrie, entwickelt. Auf leidlich jungfräulichem und frucht—
barem Boden im Beginn des Jahrhunderts fast neu erwachsen,
—
teilweise auch geneigt zum Übergang in konzentriertere
Produktionsformen; und dieser Übergang vollzog sich dann in
glücklicher Langsamkeit, indem die Verleger anfangs kleinerer
Geschäfte allmählich zu mittleren und großen Verlegern und zu
Fabrikherren heranwuchsen. Und auch die der Industrie nötigen
Nebengewerbe, Druckerei, Färberei u. dergl., gingen denselben
günstigen Weg der Entwicklung.