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ja des Zwergbesitzes. Das gilt für den ganzen Kanton. Selbst
im obern Livinental, wo die pflanzenbaulichen Möglichkeiten
viel geringer sind als im Sottoceneri, erreicht die durchschnitt—
liche Betriebsgröße selten mehr als 4 Hektaren. Sie beträgt
z. B. für Airolo 339 Aren, für Faido 281 Aren, für Bedretto
339 Aren und für Prato-Fiesso 588 Aren. In vielen Gemeinden
sinkt die Betriebsgröße unter 1 Hektare, z. B. Brione s. Minusio
88 Aren, Gerra⸗-Gambarogno 67 Aren, Maroggia 66 Aren,
Melide 43 Aren usw.
Man hat deutlich den Eindruck, daß im Kanton Tessin viele
dieser Landwirtschaftsbetriebe trotz der günstigen Vegetations⸗
bedingungen wegen ihrer Kleinheit keine vollbäuerliche Exi⸗
stenz bieten können, sondern seit alters her nur als Nebenbe⸗
trieb oder Ergänzungsbetrieb eines gewerblichen oder ander⸗
weitigen Unternehmens, oder einer Familie mit Haupterwerb
in andern Berufen in Betracht kommen. Mit einem gewissen
Recht ist von berufener Seite auch die Meinung vertreten wor⸗
den, daß das Tessin, infolge der Kleinheit seiner Betriebe und
der starken Abhängigkeit der Bevölkerung von nichtlandwirt⸗
schaftlicher Erwerbstätigkeit, keinen eigentlichen Berufsbauern⸗
stand besitze, sondern in der Hauptsache nur eine nebenberufliche
Landwirtschaft aufweist, die zum großen Teil von Angehörigen
der in Industrie und Gewerbe, im Handel oder in Verkehrs⸗
anstalten beschäftigten männlichen Einwohner betrieben wird.
Leider sind die Ergebnisse der eidgenössischen Volkszählung
von 1930 in bezug auf die die Landwirtschaft im Nebenberuf Ve⸗
treibenden nicht kantonsweise ausgezählt worden, so daß wir
über diese Verhältnisse zu wenig orientiert sind. Dagegen ist be⸗
kannt, daß von den nach dieser Zählung festgestellten 26299
hauptberuflich in der Urproduktion Tätigen 1820 noch neben⸗
beruflich in andern Wirtschaftszweigen beschäftigt sind.
Durch die Tatsache der starken nebenberuflichen Landwirt⸗
schaft werden alle Maßnahmen zur technischen und ökonomischen
Förderung des Landbaues erschwert und verzögert.
Aus den Darlegungen über die Betriebsgrößenverhältnise
im Kanton Tessin geht eines klar hervor: Der tessinische Bau⸗
ernbetrieb kann infolge seiner Kleinheit ohne die ausgiebige