14 —

benachteiligt jedoch infolge Fehlens von Feldwegen auch den
Futterbau und die Tierhaltung.
Die Besitzformen der Tessinerbetriebe sind im Vergleich zu
denen anderer Kantone recht uneinheitlich.

4.

Von 100 Betrieben entfielen 1929 auf:

Eigentümerbetriebe mit ausschließ⸗
lich eigenem Land
Eigentümerbetriebe mit vorwiegend
eigenem Land 28,8 23,3 23,8 28,9
Miteigentümerbetriebe 3,9 431 431 3,4
Pachtbetriebe mit ausschließlich ge⸗
pachtetem Land 10,7 4,0 13,2 7,9
Pachtbetriebe mit vorwiegend ge⸗
pachtetem Land 6,5 23 8,9 b6,3
Rutznießerbetriebe mit vorwiegend
Nutznießungsland
Verwalterbetriebe

Kantone Schweiz
Tessin Zürich Waadt
45,5 64,4 48,3 50,6

41 02 02 1,9
os 17 15 106

Im Vergleich zu den Kantonen Waadt und Zürich ist im
Tessin namentlich die Zahl der Nutznießerbetriebe verhältnis—
mäßig hoch. Die Tessiner Pachtbetriebe befinden sich zur über—⸗
wiegenden Hauptsache im Besitz von nichtlandwirtschaftlichen
Einzelpersonen, zu einem erheblichen Teil jedoch auch im Eigen⸗
tum von nichtlandwirtschaftlichen Unternehmungen und von
Erbschaften. Auch diese Besitzverhältnisse begünstigen im allge—
meinen den landwirtschaftlichen Fortschritt nicht.
Die Betriebszählung von 1929 enthält noch andere Er—
gebnisse, aus denen auffällige Besonderheiten der tessinischen
Landwirtschaft hervorgehen. Zu erwähnen ist beispielsweise der
hohe Prozentanteil der Betriebe mit nur einer oder zwei stän⸗
digen Arbeitskräften von 15 und mehr Jahren, sowie der ge⸗
ringe Besatz mit den gebräuchlichen landwirtschaftlichen Ma—
schinen (in nur 43 von 1000 Betrieben). Im Kanton Waadt
dagegen machen 561 von 1000 Betrieben von diesen Maschinen
Gebrauch.