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5. Aus den eidgenössischen Volkszählungen ist ersichtlich, daß die
Bevölkerungszahl in verschiedenen Gebieten des Kan⸗
tons Tessin zum Teil sehr stark gesunken ist. Die Landflucht hat
teilweise einen bedenklichen Umfang angenommen. Auffallend
ist auch die geringe Heiratsfrequenz und insbesondere der ganz
bescheidene Geburtenüberschuß des Kantons. Er betrug pro
1937 auf 1000 Einwohner nur 12 gegenüber 3,7 im schweize⸗
rischen Mittel und 8,4 im Wallis. Die Bevölkerungsschrump⸗
fung tritt namentlich in bäuerlichen Gebieten zutage. Sie ist
vor allem darauf zurückzuführen, daß die heutigen Produk—
tionsmöglichkeiten in der Landwirtschaft nicht mehr im Ein⸗
klang stehen mit den Lebensansprüchen der jungen Erwerbs⸗
tätigen, wodurch diese zur Abwanderung veranlaßt werden.
Sehr lehrreich sind auch einige Vergleiche aus den Anbau⸗
statisti ken über den Kanton Tessin. Auffallend ist insbeson⸗
dere der starke Rückgang der Getreideanbaufläche, der in allen
Gemeinden des Kantons in mehr oder weniger ausgeprägtem
Maße festzustellen ist. Es verminderte sich diese Anbaufläche von
1919 auf 1934 in

Cadenazzo 54,3 auf 27,9 Hektaren
Leventina 11,4, 630
Airolo „ 21,9, 334
Mendrisio (Bezirk) „551,99 ,„ 363,8

Innerhalb des Getreidebaues ist namentlich der Rückgang
des Anbaues von Körnermais bemerkenswert und bedauerlich.
Auch diese Erscheinung tritt im gebirgigen Teil des Landes
stärker hervor als im Hügelland des südlichen Kantonsteiles.
Beim Kartoffelbau war die Entwicklung uneinheitlich. Es
gibt Gemeinden und Bezirke mit Anbauvermehrungen gegen⸗
über 1919, in andern wieder — speziell im Sopraceneri — ist
auch der Kartoffelanbau leicht zurückgegangen. Erfreulich ist die
Zunahme des Anbaues von Gemüse und Tabak. Beim Gemüse⸗
bau ist sie allgemein, beim Tabakbau erstreckt sie sich hauptsäch—
lich auf das Sottoceneri.