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stehen in der Hauptsache in der weiteren Hebung der Viehzucht im
Kanton Tessin, in der technischen Verbesserung und in einer gewissen
Standardisierung der Produktion auf dem Gebiete des Weinbaues,
des Gemüsebaues, des Obstbaues, in der Förderung des Anbaues
von geeigneten Sorten von Kartoffeln, Körnermais, Weizen und
Roggen, in der Begünstigung des Anbaues von Tabak und andern
den klimatischen Verhältnissen angepaßten Spezialkulturen. Dazu
kommt die Veredlung des Edelkastanien-Bestandes durch Auf—
pfropfung von marktgängigen Sorten, usw.
In betriebswirtschaftlicher Hinsicht ist vor allem eine größere
Vielseitigkeit der Produktion anzustreben. Viele Betriebe, insbe—
jondere im oberen Kantonsteil, sind viel zu einseitig auf Gras—
wirtschaft und eine nicht sehr intensive Viehhaltung eingestellt. Der
Milchertrag je Kuh und Jahr wird z. B. im Mittel auf nur etwa
2WOo Kilo geschätzt, während er, wenn nicht 3000, doch immerhin
00-2800 Kilo betragen könnte. Der Tessiner Boden
muß besser genutzt werden.
Auf verschiedenen Gebieten sind in den letzten Jahren in ver⸗
hältnismäßig kurzer Zeit erfreuliche Fortschritte erzielt worden. Auf
dem Gebiete des Weinbaues bringt zum Beispiel die vor etwas
über 10 Jahren eingerichtete Kelterei der landwirtschaftlichen
Schule in Mezzana-Balerna ein hervorragendes Getränk auf den
Markt, das nicht nur im Kanton selber, sondern auch in der
deutschen Schweiz Anklang findet. Auf guten Wegen ist ferner die
Produktion der Cantina Sociale in Giubiasco. Die Markterzeu⸗
gung von Tomaten betrug im Jahre 1937 3700 9, pro 1939 er⸗
wartet man bereits eine Ernte von 10 000 q. Der Ernteertrag an
Tabak dürfte in diesem Jahre gegen 4000 9 erreichen, was einem
Rohertrage von nahezu einer Million Franken entspricht, an dem
gegen 2000 Bauernfamilien beteiligt sind (pro 1936 540 000 Fr.).
— Seit das Tessiner Obst gut sortiert nach Zürich geliefert wird,
erklären sich die Abnehmer gerne bereit, ihre Bezüge stark zu er—
höhen. Anerkennenswerte Fortschritte sind auch auf dem Gebiete des
Kartoffelbaues zu verzeichnen, wo die Versuche von Professor
Volkart in Nante beispielgebend gewirkt haben. — Im Jahre
1939 sind bereits 26 000 Kastanienbäume veredelt worden, gegen—
über 13 500 im Jahre vorher. Die Zahl wird in den nächsten
Jahren noch wesentlich ansteigen.