Erster Abschnitt. Die Staatsschuld, ihre Verzinsung und Tilgung, $$ 29a- 32. 35

$ 32, Zu 5. Die auf dem Etat der Schuldenverwaltung
stehenden Eisenbahnschulden (s. auch $ 283). Nach den mit
den Privatbahnen bei Durchführung der Verstaatlichung geschlossenen
Verträgen und den dieselben bestätigenden Gesetzen war der Staat
berechtigt, die von den Privatbahngesellschaften bereits begebenen
Prioritätsanleihen zur Rückzahlung oder zum Umtausch gegen Consols
zu kündigen. Ebenso war bei den bedeutendsten Bahnen nicht der
sofortige Erwerb beschlossen, sondern zunächst nur die Uebernahme
des Betriebes mit der Ermächtigung, den KEigenthumserwerb durch
Zahlung des festgesetzten Kaufpreises später folgen lassen zu können.
Für die Zwischenzeit, d. h. bis der Umtausch der Aktien gegen Consols
erfolgt war, wurde den Aktionären eine feste jährliche Rente zugesichert.
 Bis zu diesem Zeitpunkte verwalteten auch die verschiedenen
Eisenbahndirektionen ihre Aktien und Prioritätsobligationen weiter.
Erst mit dem Umtausch der Aktien und Obligationen gegen Consols
oder deren Einlösung durch Verkauf von Consols, gingen die durch
die Verstaatlichung dem Staate erwachsenen Passiva auf den Eitat
der Hauptschuldenverwaltung über.
Aus derartigen Renten wurden nach dem Etat von 1880/81 noch
31,1 Mill. M. gezahlt. 1884/85 war der Betrag aber bereits auf
18,9 Mill. M. zurückgegangen. Seit 1885/86 brauchten solche Rentenzahlungen
 nicht mehr vorgesehen zu werden. Mit dem Jahre 1885/86
war die Umtauschung der Aktien, mit dem 1. April 1891 auch die
Umwandlung der Prioritätsobligationen in Consols im Wesentlichen
durchgeführt.
Nunmehr erschien es angezeigt, die wenigen bisher noch nicht
zur Kündigung gelangten Aktien und KEisenbahnprioritäten wegen der
Einheitlichkeit des. Scehuldenwesens mit an die Hauptverwaltung der
Staatsschulden zu übertragen. Dies geschah mit dem 1. April 1891.
Die Summe dieser Eisenbahnschulden betrug am genannten "Tage
168 073 409,32 M. 11796900 M. 4proz. Stammaktien der Niederschlesisch-
 Märkischen Eisenbahn von 1843 standen schon früher auf
dem Etat der Staatsschuldenverwaltung, sodass insgesammt an derartigen
 Eisenbahnschulden am 1. April 1891 179870 309,82 M. auf den
Etat kamen.
Im Laufe der Jahre hat sich dieser Schuldbetrag durch Rückzahlungen
 etwas verringert. Der Etat für 1903 weist nur noch einen
Gesammtbetrag von 112149 223.59 M. nach. Er setzt sich gegenwärtig
zusammen aus:
1. 4proz. Stammaktien der Niederschlesisch-Märkischen Eisenbahn . . . 1546 200 M.
2. 2'/„proz. Köthen - Bernburger \ Aktien der Magdeburg - Halber- { 705 000,
3 proz. Magdeburg -Wittenbergschen städter Eisenbahn 10867200
3. 4‘, proz. Prioritätsobligat. VI. Emiss, Lit A der Cöln-Mindener Eisenbahn 48801995 ,,
' Al » von Se} der Homburger Eisenbahn . - 16.628