14 H. Hauptabschnitt. Der gegenwärtige Stand der Staatsschuld im Einzelnen.

Der Betrag von 1452250 M. ist wie folgt ermittelt. Die Renten
von den eingezahlten Privatrente- Ablösungskapitalien zu 5 Proz. beragen:

am 1. Okt. 1902 von 29025000 M. zu 2'/ Proz. 725650 M.
1. April 1903 „ 29065000 „ „ 2% „726695 ,
zusammen 1452250 M.
S. auch Tit. 6 des Etats der Allgemeinen Finanzverwaltung (füı
‚902 ist hier ein Betrag von 49198 M. veranschlagt).

IV. Staatsgarantien.
$ 87, Staatsgarantien.') Nach 8 103 der Verfassung bedarf es
zur Uebernahme einer Garantie von seiten des Staates eines Gesetzes,
auch muss dieselbe nach dem Gesetze über das Staatsschuldenwesen
vom 24, Febr. 1850 von der Hauptverwaltung der Staatsschulden einvegistrirt
 werden. Früher alljährlich, dann jedes dritte Jahr, und jetzt,
seit Verlängerung der Legislaturperioden auf 5 Jahre, jedes fünfte Jahr
wird dem Etat der Staatsschuldenverwaltung ein Verzeichniss der
Staatsgarantien beigegeben. Zuletzt ist dieses im Etat für 1904 geschehen
 (Stand der Staatsgarantien am 31. März 1908).
Durch die Verstaatlichung der HEisenbahnen ist die Zahl der
Garantien auf 5 zusammengeschmolzen. Es bestehen noch die
folgenden:

„. Für die Seehandlungsocietät. Der Staat leistet für die vom Institute
übernommenen Geschäfte und die daraus entspringenden Verbindlichkeiten volle Garantie,
»ezieht dafür aber auch den vollen Gewinn derselben. Der Umfang der vom Staate übernommenen
 Garantie kann nicht in Zahlen angegeben werden. Dem Landtage wird alljährlich
 ein Etat der Seehandlung zur Bewilligung vorgelegt nebst einem Verwaltungsbericht
ihrer Direktion für das abgelaufene Jahr. Die Rechnungen der Seehandlung werden von
der ÖÜberrechnungskammer revidirt. Der letzte Abschluss von Ende März 1903 wies an
Aktivis und Passivis je 454768 643,96 M. nach. Seehandlungsohligationen, d. h. Schuldverschreibungen
 der Sechandlungen werden über zeitweise bei der Seehandlung auf sechsmonatliche
 Kündigung gegen Verzinsung von 21 Proz. belogte Gelder ausgestellt. Ihr
Betrag belief sich nach dem letzten Abschlusse nur noch auf 258430 M. Der Reinwowinn
 betrug bei einem Kapital von 34,4 Mill, M. in 1900: 2.106 028,5 M., 1901:
2.594 609,6 M., 1902: 2645 118,4 M., was einer Verzinsung von 6,121 bezw. 7,541 bezw.
7,658 Proz. gleichkommt. Kine Inanspruchnahme der Staatsyarantie ist also gegenwärtig
ıicht zu besorgen.
2. Die Schuldverschreibungen der Eichsfeldschen Tilgungskasse
zur Erleichterung der Ablösungen in den Kreisen Mühlhausen, Heiligenstadt und Worbis.
Die in Gemässheit des $ 10 des Reglements v. 9. April 1845 (bestätigt am 18. April desselhen
 Jahres) G.-S. S. 410 im Betrage von 3 437 745 M. ausgegebenen Obligationen werden
nit 37/, resp. 4 Proz. verzinst und ınit 1 resp. ' Proz. jährlich amortisirt. Bis zum
31. März 1903 hatte der Staat 1013 325,66 M. getilgt?) und bis zur Uchernahme der Geschäfte
 der Tilgungskasse durch die Rentenbank in Magdeburg, Kunde Dezember 1855. einen

') Sattler, S. 203-207,
’) Das Institut selbst hatte getilgt 2125 469.34 M