34 XI. Hauptabschnitt. Der gegenwärtige Stand der Staatsschuld im Einzelnen.

Die Einnahmen der Betriebsfonds bestehen zunächst in den noch
vorhandenen Ausständen an Provinzial-Staatsaktienkapitalien, die aber
nur noch 1200 M. (bei der Regierungshauptkasse in Oppeln) betragen.
Die Haupteinnahme bilden die Zinsen seiner Effekten vom Tage
des Ankaufs bis zum Tage der Abgabe an die Tilgungsfonds und die
präkludirten Zinsen von Staatsanleihen, welche nicht zur Verstärkung
der Tilgungsfonds dienen, ferner die Kursgewinne bei Abgabe der
Effekten an die Tilgungsfonds und die Zinsen seiner Bestände. Seine
Ausgaben bestehen in den Kursverlusten bei Abgabe der Effekten an
die Tilgungsfonds, den Anschaffungskosten derselben und in der Verwaltung
 der provinziellen Staatsschulden. Einnahme und Ausgabe
werden im Etat nicht veranschlagt.
In Betreff der von der Hauptverwaltung geführten Verwaltung der
Betriebsfonds untersteht dieselbe dem Finanzminister, der aber nicht
berechtigt ist, den Fonds einzuziehen, oder zu anderen Zwecken zu
verwenden. Der Betriebsfonds betrug 18383 rund 18 Mill. M., am 1. Juli
1870 5,1 Mill. M., sank bis 1873 auf 3,2 Mill. M., stieg aber seitdem
allmälig bis rund 7,9 Mill. M. (1908). In Folge der fortschreitenden
Tilgung älterer tilgbarer Schulden verengert sich naturgemäss der
Kreis der Verwendungszwecke des Fonds, und er nimmt mehr und
mehr den Charakter eines durch seine Zinsen sich mehrenden Staatsaktivfonds
 an.

Entwickelung des Tit. 3.

$ 80a. Der Betrag des Kap. 22 Tit. 3 ist der Natur seiner Zusammensetzung
 nach ein schwankender (s. Anl. I). Im Jahre 1897/08 war er
noch mit 142 500 M. veranschlagt, ist aber seitdem hauptsächlich in
Folge von Minderung der Gewinnüberschüsse aus der Verwaltung des
Depositalfonds allmählich bis auf 53 500 M. zurückgegangen, 1891/92
und 1892/93 betrugen diese Ueberschüsse noch 167148 M. bezw.
146 219 M., also durchschnittlich 156 668 M. für 1895/96 minderte er sich
aber auf 71402 M., also um 85282 M. Die Ursache lag wesentlich
darin, dass die Bestände der Fonds, welche zum grössten Theile in
4proz. Consols angelegt waren, zur Deckung der Ausgaben für gekündigte
 Schulddokumente u. s. w. theilweise hatten flüssig gemacht
werden müssen. Die Effektenbestände betrugen beim Generaldepositum
für Privatpersonen bei Beginn des Rechnungsjahres 1890/91 noch
über 4 Mill. M., Ende 1894/95 dagegen nur noch etwas über
2 Mill. M. Die Zinseneinnahme aus den Effekten, welche 1890/91 bei
diesem Depositum noch 163800 M. betrug, belief sich 1894/95 nur
noch auf 112 169 M.
Die 53500 M. für 1902 — ermittelt nach dem Durchschnitt der
Reechnunegsiahre 1898/99 und 1899 — setzten sich wie folgt zusammen: