Zünfter Abschnitt. Rückblick und Gesammtergebniss. $$ 181, 182. 181

Verwaltung Vergütungen vom Reich ( früher Bund) gewährt werden.')
Nur wenige indirekte Steuerarten verblieben den Kinzelstaaten zur
‚selbstständigen Verwerthung, vor Allem die Stempelsteuer?) und die
‘in Preussen 1874?) reformirte) Erbschaftssteuer. Sodann gehen von
aun an auf den Reichsetat über die Einnahmen der Post- und Telezraphenverwaltung.

Auf der anderen Seite tritt eine ausserordentliche Entlastung der
Ausgabeetats der Bundesstaaten ein durch die Uebernahme der Kriegsınd
 Marinelasten auf den Reichsetat, zu deren Deckung freilich bald
sehr erhebliche Matrikularbeiträge von den Kinzelstaaten aufzebracht
 werden müssen.
Bei dieser wesentlichen Umgestaltung des preussischen Etats
nach Gründung des Norddeutschen Bundes (später des Deutschen
Reichs) ist in der in Anl. XIV enthaltenen ausführlichen Zusammenstellung
 der Einnahmen und Ausgaben aller Verwaltungszweige —
„ach der Rechnung —- nicht weiter als bis zum Jahre 1869, in welchem
sich die wesentlichsten Umgestaltungen bereits vollzogen hatten, Zu-‚ückgegangen
 worden.
Bei dem Vergleich der Zahlen dieses Jahres im Verhältniss zu denen
des Jahres 1866 — von den durch die Bundesgründung geschaffenen
Aenderungen abgesehen — ist im Allgemeinen zu berücksichtigen,
dass die Einnahmen aus Domänen und Forsten, Eisenbahnen und
Steuern sich vermehrt haben in Folge Zutritts der neuen Provinzen;
doch hatte die Annexion zugleich auch eine Steigerung der Betriebswie
 der allgemeinen Staatsverwaltungsausgaben zur Folge.
Der rechnungsmässige Nettoüberschuss der Domänen betrug 1869
23.4 Mill. statt 14,1 Mill. M. in 1866,*) derjenige der Forsten 18,4 Mill.
statt 16,2 Mill. M., der Bergwerke, Hütten, Salinen 12,7 Mill”) statt
9,8 Mill. M., der Eisenbahnen 44,6 Mill. statt 22,8 Mill. M., der
direkten Steuern 123,9 Mill. statt 92 Mill. M. Dagegen ist der Ueberschuss
 aus Zöllen und indirekten Steuern auf 42,5 Müll. von 116,9 Mill.
Mark zurückgegangen, Posteinnahmen sind. ganz fortgefallen. Die
Summe der Ueberschussverwaltungen brachte ein 961,7 Mill. statt
86,7 Mill. M., also weniger rund 25 Mill. M.
Dem gegenüber sind an Ausgaben fortgefallen die 1866 mit
{34 Mill. M.°) im Etat stehenden Nettoausgaben für Militär und Marine,
sodass für die Zwecke der Civilverwaltung und der öffentlichen Schuld

1) Die seit 1879 eingeführten Ueberweisungen vom Reich stellen sich als Dotationen,
aicht als steuerliche Einnahmen Preussens dar.
?) mit Ausnahme des Wechselstempels, den das Reich für sich in Anspruch nahm.
3) Bis dahin wurde ein Erbschaftsstempel erhoben.
;) Die Zahlen für 1866 sind Kt atszahlen, entsprechen also etwa den Durchschnittssahlen
 nach den Rechnungen der Vorjahre.
5) wobei noch rund 2,3 Mill. M Bergwerksabgaben in Abzug gebracht sind, während
ımter den 9,8 Mill. M. von 1866 rund 1,6 Mill. M. derartiger Abgaben mitenthalten sind.
8) Sp. 9 u. 11 in Anl. XHL