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Allgemeine Finanzverwaltung.

artrag der Domänen, die 1869 einen Ueberschuss von 23,4 Mill. M.
lieferten, ist seit Beginn der 90er Jahre stetig zurückgegangen und
betrug nach dem Durchschnitt der Rechnungen für 1900/1901 und 1902
jährlich nur noch 11,8 Mill. M. Das Mehr des Ueberschusses aus
der Forst- und Bergverwaltung ist trotz einer verhältnissmässig nicht
unerheblichen Steigerung (es beträgt, wenn man die Rechnung des
Jahres 1869 mit dem Durchschnitt der Rechnungen für 1900—1902
vergleicht, bei der, Forstverwaltung rund 26,9 Mill. M., bei der Berg- ete.
Verwaltung rund 23,4 Mill. M., zusammen 50,8 Mill. M.) doch nur geeignet,
 neben der Deckung des bei den Domänen eingetretenen Minderartrags
 von 11,6 Mill. für 39 Mill. des Mehrs an allgemeinem Staatsaufwand
 aufzukommen. Rechnet man noch rund 5 Mill. M. Mehrüberschuss
 aus der Lotterieverwaltung hinzu, so bleiben für die
Betriebsverwaltungen — abgesehen von den KEisenbahnen — etwa
44 Mill. M., also nur etwa ein Drittel des Mehrs der freien Eisenbahnüberschüsse
 zur Deckung des Mehrbedarfs der allgemeinen Staatsverwaltung
 verfügbar.
Sonach würden von dem Mehr an Zuschüssen für die allgemeine
Staatsverwaltung aus anderen Quellen als den Betriebsverwaltungen
noch rund 91 Mill, M. zu decken sein,
Die Deckung dieses Restes war den direkten und indirekten Steuern
vorbehalten. Der Ueberschuss der ersteren stieg nach der gleichen
Rechnungsmethode von 1869— 1908 von 123,9 Mill. auf 202,7 Mill, also
um 78,8 Mill. M., der der indirekten Steuern von 42,5 Mill. auf 53,8 Mill,
also um 11,3 Mill, zusammen um rund 90,1 Mill. M., was rund zwei
Drittel des Mehrs an freien Kisenbahnüberschüssen ausmacht.
$ 194, Die grosse Bedeutung der Eisenbahnüberschüsse für die
Balanzirung des preussischen Staatshaushaltsetats in Rücksicht auf
die Höhe ihrer Erträge springt hieraus sichtlich in die Augen. Neben
diesem günstigen Einflusse auf die Etatsgestaltung treten indessen
auch nachtheilige Seiten derselben scharf hervor.
Wenn man die Schwankungen der Ueberschüsse in den Spalten 16
(Domänen), 2e (Forsten), 3c (Bergwerke ete.), Tec (direkte) und 8e (indirekte
 Steuern) zwischen den Rechnungen der einzelnen Jahre miteinander
 vergleicht, so sind hier Unterschiede von 9 Mill. M. bei den
Bergwerken etc. (z. B. von 1899 zu 1900), von 15 Mill. M. bei den
direkten Steuern (z. B. von 1898/99 auf 1899) sehon aussergewöhnliche
Erscheinungen.') Bei der Eisenbahnverwaltung aber finden wir von
1900 auf 1901, wo die Verstaatlichungsaktion bereits fast ganz durchzeführt
 war, eine Schwankung nach unten von 472,8 auf 415,6 Mill.,
also ein Minus von 57.2 Mill. M., von 1898,99 zu 1899 ein Mehr von

') Das Sinken des Ueberschusses von 1894/95 —1895/96, Sp. 7c der Anl. XIV, um rund
35 Mill. M. war eine direkte Folge der Steuerreformgesetze, kann also hier ausser Betracht
»leiben.