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Allgemeine Finanzverwaltung.

zwischen den Einkommensrückgängen der ungünstigen Jahre mit einzelnen
 besseren Jahren der vorangegangenen Zeit und mit dem natürlichen
 Wachsthum des Volkseinkommens herbeiführte, der zur Folge
hatte, dass trotz der Ungunst der Zeiten der Etat für 1903 noch ein
um 15,2 Mill. M. höheres Steuererträgniss als die Rechnung von 1899
veranschlagen konnte.
Als weiteres günstiges Moment erschien es, dass man in Folge
der gegenwärtigen Reichsfinanzpolitik im Reiche bemüht ist, ein festes
Spannungsverhältniss zwischen Matrikularumlagen und UVUeberweisungen
 innezuhalten, sodass das Mehr an Matrikularumlagen gegen
Ueberweisungen von 1903 gegen 1899 nur 8 Mill. M. betrug. Indessen
ist klar, dass bei einem längeren Anhalten der ungünstigen wirthschaftlichen
 Konjunktur dieses Spannungsverhältniss zwischen Matrikularumlagen
 und Ueberweisungen vom Reiche nicht aufrecht zu
erhalten sein würde.') Eine Verschlechterung dieses Verhältnisses
aber auch nur um einige 30 Millionen würde im Verein mit einem
durch die ungünstige wirthschaftliche Konjunktur bedingten Sinken
der Eisenbahnüberschüsse die Unhaltbarkeit des jetzigen finanziellen
Verhältnisses zwischen Einzelstaaten und Reich, wie es sich in vielen
kleineren Bundesstaaten, die nicht wie Preussen über eine so ergiebige
Betriebsverwaltung, wie dessen Eisenbahnen verfügen, schon bisher
auf das Drückendste geltend gemacht hat, auch für Preussen aufs
Deutlichste erweisen.
Endlich würde trotz der vorgenannten günstigen Umstände die
Finanzlage der letzten Jahre in Preussen noch eine bedeutend ungünstigere
 geworden sein, wenn dem Etat nicht die zahlreichen stillen
Reserven zu Gute gekommen wären, die der Finanzminister v. Miquel
im Etat (besonders im Extraordinarium) angelegt hatte und welche es
z. B. ermöglichten, ohne wesentliche Schädigung der betr. Verwaltungszweige
 das Extraordinarium, welches in den Etats für 1900 und 1901
zusammen mit 16%,1 Mill. M. ausgeworfen war, für 1902 und 1903 nur
mit 104,7 Mill. M. in Ansatz zu bringen, die letzte Periode alsa um
rund 64 Mill. M. zu entlasten.?)
$ 196, Die vorgedachten Nachtheile, welche sich aus der Fundiung
 eines grossen Theiles der Staatsverwaltung auf die Ueberschüsse
der Eisenbahnverwaltung ergeben, können natürlich gleichwohl nicht
zu dem Wunsche führen, dass die Verstaatlichungsaktion wieder rückgängig
 gemacht werde, was thatsächlich ja wohl auch kaum durchführbar
 sein würde.
Auch ist die Frage der Verstaatlichungspolitik ja nicht allein von finanziellen
esichtspunkten zu entscheiden, sondern auch aus volkswirtschaftlichen, ökonomi-')
 falls nicht eben neue eigene Reichseinnalımequellen erschlossen werden.
?) Nur unter Finanzminister Camphausen hat in den 70er Jahren stellenweise eine
30 starke Dotirung des Extraordinariums stattgefunden, wie in den letzten Jahren der
7, Miquelschen Finanzverwaltung (s. die Zahlen in Anl. XYD.