Fünfter Abschnitt. Rückblick und Gesammtergebniss, $$ 197a--199. 201

{In Ausführung dieses Grundsatzes werden die fortgesetzt nothwendigen
 Ausgaben zur Befriedigung gewisser periodisch bezw.
‚egelmässig wiederkehrender Bedürfnisse der Eisenbahnen,
insbesondere also Ausgaben für die durch die Entwieckelung des Verkehrs
 erforderlich gewordene Umgestaltung und Erweiterung der Betriebsanlagen,
 der Gleise, Bahnhöfe und Werkstätten, sowie für die
Vermehrung der Lokomotiven und Wagen, seit jener Zeit nicht mehr,
wie früher, zum Theil aus Anleihen, gedeckt, sondern lediglich auf
das Extraordinarium des Jahresetats verwiesen, ein Umstand, der eine
Steigerung des letzteren im Verhältniss zum Ordinarium bis auf
LO Proz. und darüber zur Folge hatte (s. Sp. 4b u. ec der Anl. XIV).

$ 198. VUebrigens wird, wenn man die trotz der gedachten Vorsichtsmassregeln
 noch verbleibenden Gefahren und Nachteile, welche
aus der Eisenbahnverstaatlichung für die Etatsgebahrung Preussens
folgen, richtig würdigt, daraus zugleich — neben den sonstigen volkswirthschaftlichen
 und strategischen Gründen — ein weiterer Grund
antnommen werden müssen, eine Entlastung des Eisenbahnverkehrs
durch Ausbau von wichtigen Wasserstrassen herbeizuführen und
damit indirekt eine zu starke Abhängigmachung der Finanzgebahrung
von den Eisenbahnen zu verhindern. Der Einnahmeausfall oder vielmehr
 die Verminderung der Steigerungschancen der Eisenbahnüberschüsse
 wird zwar dabei kaum durch entsprechende Mehreinnahmen
bei der Kanalverwaltung ausgeglichen werden, da diese der Natur der
Verhältnisse nach eigentliche Finanzquellen nicht werden können.')
Aber die durch die Kanalanlagen gesteigerte Hebung der industriellen,
landwirthschaftlichen und Handelsbetriebe wird sich in eine Vermehrung
 von Volkseinkommen und Volksvermögen umsetzen, welche
lie Erträgnisse der staatlichen Einkommen- und Vermögenssteuer
steigert. Steigerungen der Erträge dieser Steuerarten sind aber bei
der Nachhaltigkeit und der grösseren Stetigkeit dieser Einnahmequelle,
von einer bei weitem tieferen und nachhaltigeren Bedeutung für die
Staatsfinanzen, als selbst etwas höhere, aber doch grossen Schwankungen
und grossem Risiko ausgesetzte Eisenbahnüberschüsse.

$ 199, Um auf die übrigen drei wichtigsten staatlichen Betriebsverwaltungen
 noch etwas näher einzugehen, so zeigt die Entwicklung
jer Reinerträge aus den Domänen (Sp. le der Anl. XIV, wie auch
Anl. IV in Bd. I Buch I), dass, wenn man auch den absoluten Rückyang
 zum Theil in der augenblicklichen landwirthschaftlichen Nothlage
 und anderen Gründen zu suchen hat (Bd. I Buch I S, 146), die
Bedeutung dieser Einnahmequelle als Staatsfinanzquelle doch im
Allgemeinen von Jahr zu Jahr abnimmt. Im 18. und zu Anfang des
I9. Jahrhunderts bildeten ihre Erträge noch die Hälfte bis ein

') Vgl. Bd. II Buch VIL