Fünfter Abschnitt. Rückblick und Gesammtergebniss. $$ 200—208. 903

jeder Richtung hin im wohlverstandensten Interesse des Staates liegt
nd daher auch die seit neuerer Zeit inaugurirte Aufforstungspolitik')
nur mit grösster Wärme begrüsst werden kann.
8 201. Die staatlichen Berg-, Hütten- und Salinenwerke
haben sich im Allgemeinen als eine steigende Finanzquelle erwiesen
(1849 3,3 Mill. M., 1869 12,7 Mill. M., 1900 — nach der Rechnung —
42,2 Mill. M., 1908 -— nach dem Etat — 24,7 Mill. M. Reinertrag),
wenn sie auch weder, was die Stetigkeit und Gleichmässigkeit, noch
was die Steigerungsfähigkeit anbetrifft, mit der Forstverwaltung wettaifern
 können. 4
Die finanzielle und volkswirthschaftliche Bedeutung der Bergwerks-
 ete. Verwaltung ist in Bd. I Buch III $ 117 eingehender gewürdigt
 und dort nachzulesen; auch hinsichtlich der Lotterie, deren
Reineinkünfte sich von 1869—1908 allmählich von 8,9 auf 9,1 Mill. M.
yesteigert haben, sei auf Bd. I Buch V 8 90 und den Anhang II (Nachträge)
 des vorliegenden Bandes verwiesen.
$ 202. Was die steuerlichen Staatseinnahmen anbelangt, so
hat sich hinsichtlich der indirekten Steuern, wie Sp. 8c der Anl. XIV
ergiebt, das Bild seit 1869 verhältnissmässig nur wenig verändert, die
Reinüberschüsse sind nur um rund 10 Mill. M. gestiegen, von 42,5
auf 52,2 Mill. M., die Gründe im Einzelnen sind in Bd. I Buch IX 8 80
kurz zusammengefasst. Die hauptsächlichste Ursache wird in der
Reformirung. der Stempelgesetzgebung durch das neue Stempelgesetz
vom 81. Juli 1895 (G.-S. S. 413) zu suchen sein, welches den Ertrag
zus dieser Steuer von 1894/95 —1901 nach der Rechnung von 22,8 Mill.
auf 33.3 Mill. M. steigerte. Für 1908 sind sogar 35,5 Mill. M. veranlagt.
Weit grössere Bedeutung für die preussische Finanzgebahrung
beanspruchen —- seit Uebergang der wichtigsten indirekten Steuern
auf das Reich — die direkten Steuern.
$ 203, Betrachtet man die Entwickelung der Einnahmen und
Ausgaben der direkten Steuerverwaltung, nach Sp. 7 der Anl. XIV, so
muss zunächst im Auge behalten werden, dass die Zahlen vor Beginn
der 90er Jahre und nachher ein durchaus verschiedenes Bild über die
direkte Steuerbelastung der Staatsangehörigen geben.
Im Jahre 1869 entfielen von den 130,5 Mill. Roheinnahmen in
Sp. 7a nur 54,8 Mill., also 42 Proz., auf Personalsteuern (Klassen- und
v-lassifizirte Einkommensteuer), während 68,2 Mill., also rund 52 Proz.,
auf die Realsteuern (Grund-, Gebäude-, Gewerbesteuern) und der Rest
auf ‘die Eisenbahnabgabe und andere Einnahmen kamen. Nach dem
Etat für 1903 entfallen dagegen von den 215,6 Mill. M. Roheinnahmen
auf die Personalsteuern (Einkommensteuer 174 Mill. und Ergänzungssteuer
 35.5 Mill.) zusammen 209,5 Mill. M., also nicht weniger wie

1) Immediatbericht 1896/97 8. 37, 1897/99 8. 27. 8. auch Bd. I Buch 1 $ 2.