jT. Nachträge. — Ueberschussverwaltungen. $ 225. 959

$ 225, Die Frequenz des Personenverkehrs ist 1900 auf
581,6 Millionen beförderter Personen und 14 025 Mill. Personenkilometer,
1901 dagegen nur auf 595,2 Mill. Personen und 14409 Mill. Personenkilometer
 gestiegen; in dieser 1901 geringern Verkehrszunahme trotz
zweier in das Rechnungsjahr fallenden Osterfeste wird man die Wirkung
des wirthschaftlichen Umschwungs, theilweise freilich auch der Mehrbenutzung
 der Berliner Strassenbahnen zu erblieken haben. Auf den
Bahnkilometer entfielen 1900 469992, 1901 474339 Personen, was für
1901 auch eine ungleich geringere Steigerung der Verkehrsdichtigkeit
bedeutet, als für 1900 gegenüber 1899. Ebenso tritt die Wirkung der
Stockung im Wirthschaftsleben in der volkswirthschaftlich unerfreulichen
 (vgl. Bd. I S. 682) Steigerung der durchschnittlichen Reiselänge
auf 24,11 und 24,21 km 1900 und 1901 hervor; zum Theil freilich mag
sie auch auf den Abfluss von Verkehr der Berliner Stadtbahn auf die
Strassenbahnen und 1900 auf die Reisen zur Pariser Weltausstellung
und zu den Oberammergauer Passionsspielen zurückzuführen sein.
Der Verkehr auf zusammenstellbare Fahrscheinhefte hat natürlich 1901 in Folge
Verlängerung der Gültigkeitsdauer der Rückfahrkarten enorm nachgelassen: es wurden verkauft
 1900 525258 Stück über rd. 615 119000 km, 1901 nur 314 638 über 376 784 000 km;
von der Gesammtzahl der Karten entfielen auf Reisen von 600 —1000 km 47,11 bezw. 41,06,
auf Reisen von 1000—2000 km 42,65 und 46,18, auf Reisen über 2000 km 10,24 und 12,76
vom Hundert. Wenn sonach der Antheil der Karten auf grosse Entfernungen erheblich
gestiegen ist, so liegt das wohl daran, dass diese Karten zum grösseren Theil als die auf
kürzere über Strecken ausserhalb Preussens führen, auf denen ohnehin kein Freigepäck gewährt
 wird, und die Rückfahrkarten kürzere Geltung haben. Die Zahl der gewöhnlichen
Rückfahrkarten hat sich 1900 auf 44, 1901 aber auf 51,9 Mill. gehoben, die der
Arbeiter-Rückfahrkarten betrug 1900 4,689, 1901 nur 4,624, die der Arbeiter-Wochenkarten
6,67 bezw. 6,621, die der Sommerkarten 0,3425 bezw. 0,219, die der Sonder-Rückfahrkarten
0,641 bezw. 0,5436, die der Zeitkarten 0,1414 bezw. 0,1446, die der Schülerkarten 0,0263
bezw. 0,0276 und die der Sonntagskarten 5,695 bezw. 5,247 Mill. Auf diese acht Arten
von Rückfahrkarten wurden zurückgelegt Tausende Kilometer 1901 gegen 1900: 3.754.587
gegen 2895534, 229517 gegen 244214, 682361 gegen 679291, 97297 gegen 154720,
619638 gegen 65577, 981251 gegen 916167, 59 434 gegen 52541, 209604 gegen 229721,
im Ganzen auf 70,627 Mill, Rückfahrkarten 6076514000 km gegen 5237764 000 km auf
63,478 Mill. Karten 1900. Man erkennt hierin die Wirkung der längeren Gültigkeitsdauer
der gewöhnlichen Rückfahrkarten, in Folge deren die Sommerkarten etc. zum grossen Theil
eingezogen sind. Der Schlafwagen bedienten sich 1900 155 921. 1901 146 294 Personen, der
D-Züge mit Platzkarten 2 703 396 und 2 785 586.
Die Verkehrsfrequenz in den einzelnen Wagenklassen etc. anlangend, so stehen den
in den Spalten 6—20 der Anl. XLVIII zum I. Bande für die Zeit bis 1899 angegebenen Zahlen
für 1900 und 1901 folgende gegenüber :
Spalte: 6 7.0008 9 ' 10 11 12 138
1900 . . .]| 2119 | 57788 279872 | 234112, 7743 285 654 | 1 906 945 5 328 425
1901... | 2125| 58046 | 258068 | 268 592; © 331 ı 223401 | 1 877 142 | 5 349 550
Spalte: 14 15 16 17 18 19 20
1900 . . .| 5920668 | 633336 | 111,28 | 33,00 / 19,04 | 25,29 | 81,80
1901. . . | 6245921 | 713 044 105,15 | 32,34 | 20,73 | 23,25 | 85,59
Ein Rückgang hat also 1901 in der Personenzahl der III. Klasse (Sp. 8) stattgefunden,
der auf den Verkehrsabfluss von der Berliner Stadt- und Ringbahn zurückgeführt wird,
weshalb er auch von keiner Verminderung der Kilometerzahl (Sp. 13) begleitet war.
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