IL. Nachträge. — Zuschussverwaltungen, $$ 246—248, 997

Wenn daher jetzt, trotz der ungünstigen allgemeinen Finanzlage,
bereits wieder eine Erhöhung der in jenem Gesetze vorgesehenen Bezüge
 beantragt wird,!) so dürften solche Wünsche vorerst kaum
Aussicht haben, erfüllt zu werden.
Der oben erwähnte neben persönlichen auch staatliche Ausgaben
umfassende Tit. 34 ?), welcher aber nicht auf gesetzlicher Verpflichtung
wie die Tit. 32, 35 und 39 beruht, weist die ausserordentliche
Steigerung von fast 2,8 Mill. M.%) auf. Kap. 36, aus dem der Fonds
gespeist wird, betrug 1899: 281464 M., 1903: 684835 M. Von ihm
wurden nach Tit. 34 übertragen 1900: 170672, 1901: 147097, 1902:
297 419, 1903: 301 441 M.

Dagegen wurde er verstärkt 1900 um 300 000 M., 1901: 400 000 M.,
1902 und 1908 je 800000 M.
8 247. Abgesehen von den grossen Mehrleistungen zu Gunsten
der Volksschulunterhaltung im staatlichen Ordinarium sind in den
letzten Jahren, besonders in den Ueberschussjahren, auch noch ganz
ausserordentliche hohe extraordinäre Mittel zur Erleichterung der
Volksschulbaulast, besonders auf dem platten Lande, bewilligt
worden. So wurden zur Unterstützung von Schulverbänden wegen
Unvermögens bei Elementarschulbauten (vgl. Bd. II Buch I $ 4835ff.)
bereitgestellt 1900: 3 Mill. M., 1901: 13 Mill. M., 1902 und 1908 wieder
je 3 Mill. M., zusammen in 4 Jahren 22 Mill. M.
$ 248. Um die Höhe der Staatsleistungen für Volksschulzwecke
 richtig zu würdigen, wird man gut thun, sie mit der Höhe der
vom Staate erhobenen Einkommensteuer zu vergleichen. Dabei ergiebt
sich (vgl. Statist. Correspondenz 1902 LIT), dass diese Staatsleistungen,
auf 100 M. des Einkommensteuersolls berechnet. im Jahre 1901 nicht
weniger wie 39,832 M. ausmachten. Bei näherem Eingehen auf die
einzelnen Regierungsbezirke zeigt sich, dass im Osten der Monarchie,
wo die Bedeutung des platten Landes überwiegt, die Verhältnisszahlen
noch bei weitem höher zu Ungunsten des Staates steigen. So betrugen
 die Leistungen des Staates für Volksschulen 1901 im Regierungsbezirk
 Königsberg 124 Proz., Gumbinnen 257 Proz., Danzig 112 Proz,
Marienwerder 192, Köslin 216, Posen 167, Bromberg 170 Proz. der
Staats-Einkommensteuer.
Wie Kultusminister Dr. Studt im Abgeordnetenhause (Sten. Ber.
1908 S. 2971) erklärte, entfielen von den 73 Mill: M. in 1901 gezahlten
Staatszuschüssen zu Volksschulzwecken nicht weniger als
— mindestens — 50'/2 Mill. auf das platte Land.

1) Abgeordnetenhaus 1903, Sten. Ber. S. 3008.
2) Ueber die Natur und Bedeutung dieses Titels s, Bd. II Buch I $ 431.
. 3) Wovon 610000 M. allerdings im Jahre 1903 von dem alten Tit. 37 (Bd. II Buch I
$ 433) übernommen sind.