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Anhang.

Die grossen Uebelstände, die sich trotzdem in der Belastung
mancher Gegenden gerade des platten Landes auch heute noch zeigen,
beruhen in der That häufig weniger auf mangelnder staatlicher Fürsorge
 an Staatszuschüssen, als in der aus altüberkommenen gesetzlichen
and observanzmässigen Bestimmungen hervorgehenden ungerechten,
den veränderten wirthschaftlichen Verhältnissen und rechtlichen Anschauungen
 der Gegenwart nicht mehr entsprechenden Lastenvertheilung.
 Das schon in Bad. II Buch I $ 311 berührte Schulunterhaltungsgesetz
 wird daher allerseits mit Spannung erwartet!)
Seminar- und Präparandenwesen.
$ 249, Besonders sthrke Ausgabesteigerungen wiesen insbesondere
auch folgende Titel des Kap. 121 auf:
1849 1908
M. M.
Seminare (Tit. 1—8). ... . 6907178 7841050
Präparandenanstalten (Tit.9—14) 613180 1.037 467
Gemeinsam (Tit. 15—16b) . . . 9298905 516 334
Summe . . , 7814263 9394851
Das Seminar- und Präparandenwesen, dessen Wichtigkeit für das
zesammte Volksschulwesen alljährlich auch in den Abgeordnetenhausdebatten
 allseitig betont wird, bildet fortgesetzt den Gegenstand
arnstester Fürsorge der Staatsregierung,
Erst neuerdings sind wieder unterm 1. Juli 1901 (C.-Bl. d. U.-V.
3. 600) neue Lehrpläne für Seminar- und Präparandenanstalten erlassen
 worden, welche einheitliche Bestimmungen auch für alle
Präparandenanstalten vorschreiben und die Lehrpläne für Präparandenanstalten
 und Seminare als ein organisches Ganze behandeln.
Der Lehrplan der Präparandenanstalt soll sich danach auf dem der Volksschule
 aufbauen. Ueber die früheren Lehrpläne s. Bd. II Buch I 8 318 ff.
Auch eine neue Prüfungsordnung für die Lehrerprüfung (C.-Bl. d. UV. S. 644) ist

rgangen,
Die Zahl der Seminare hat sich von 125 in 1898/99°) mit 11820
Zöglingen auf 137 mit 12183 Zöglingen vermehrt®). Während von
den 125 Seminaren 1898/99 82 evangelisch, 40 katholisch und nur 5
paritätisch waren, sind von den 187 Seminaren 87 evangelisch, 44
katholisch und 6 paritätisch.
Die starke Vermehrung der Zahl der Seminare war geboten durch
den neuerdings eingetretenen grossen Lehrermangel, der einmal eine
Folge der Verlängerung des Heeresdienstes der Volksschullehrer von
10 Wochen auf 1 Jahr war, sodann mit der zahlreichen Einrichtung
neuer Schulen besonders in den Indüstriegegenden und in den
Gegenden mit zweisprachigen Schulsystemen zusammenhängt ?). Neben
') Abgeordnetenhaus 1901 Sten. Ber, S. 3395 ff, 1903 S. 2962 £,
?) Siehe Bd. II Buch I $ 323,
‘Vgl. Kultusminister Dr. Studt im Abgeordnetenhaus, Sten. Ber, 1901 S. 2526.