IL. Nachträge. — Zuschussverwaltungen. $ 249. 999

Vermehrung der Seminare und Präparandenanstalten (siehe unten)
suchte man durch besondere 3jährige Seminar- und Präparandenkurse
ä 30 Köpfe an den Seminaren und Präparandenanstalten dem Nothstande
 zu steuern (vgl. die Extraordinarien 1901 Tit. 161, 1902 Tit. 121,
1908 "Tit. 120).
Gleichwohl entfielen, während 1897 auf 1 Seminaristen 2704 Einwohner
 kamen, 1902 auf 1 Seminaristen 9830 Einwohner; das Verhältniss
 hat sich also ungünstiger gestaltet. Auch im Verhältniss zu
der Zahl der Schulstellen hat die Seminaristenzahl abgenommen. Es
kamen 1896 auf 1 Seminaristen 6,7, 1902 7,4 Schulstellen.
Die Zahl der staatl. Präparandenanstalten ist gestiegen, von 40 im
Jahre 1900 auf 44'). Auch die Frequenz stieg von 1898/99 —- 1901/02
von 2546 auf 2938. Rechnet man die Theilnehmer an den ausserordentlichen
 Präparandennebenkursen ein, so stellte sich die Zahl der
Präparanden im Jahre 1902 auf 4933 (Statist. Handb. S. 474).
Die vermögensrechtliche Seite der Seminare und Präparandenanstalten
 stellte sich 1902 wie folgt.

die darunter Hebung die darunter
Einnahmen v.d. Zöglingen Ausgaben Besoldungen
Seminare . .. . . 16512834 1488797 6 434 251?) 3261 506
Präparandenanstalten . 86 809 86 760 696 597%) 217 000

Es betrugen:

Auch die nicht auf den Seminaretats stehenden Staatszuschüsse
wurden sehr erhöht, so stieg z. B. der Dispositionsfonds Kap. 121
Tit. 15 von 247 705 auf 464534 M.
Eine allgemeine weitere Erhöhung der Besoldungen der Seminarlehrer
 und eine Vermehrung der Zahl der Seminaroberlehrerstellen,
wie sie im Abgeordnetenhause mehrfach angestrebt worden ist*), hat
schon wegen der Berufungen anderer Beamtengruppen nicht stattfinden
können, da diese Beamten bei der allgemeinen Besoldungsaufhesserung

1) Statist. Handb. 1903. Die Namen der Anstalten werden jährlich nebst Frequenzund
 Lehrerübersichten im C.-BlL d. U.-V. bekannt gemacht.
2) Ausser den hier auf Grund des Etats der einzelnen Seminare nachgewiesenen ordentlichen
 Ausgaben in Höhe von 6434251 M. gelangten noch 76603 M.. für die-Gründung
von 8 neuen Seminaren und ausserdem 964996 M. Seitens der Centralverwaltung aus allgemeinen
Staatefonds für Seminarzwecke im Jahre 1902 zur Verausgabung, so dass die ordentlichen
Ausgaben insgesammt 7 475 850 M., betrugen. Hierzu traten an einmaligen ausserordentlichen
 Ausgaben 1357814 M. und ausserdem 655000 M. zur Deckung von Ausgaben für
die Beschaffung des notwendigen Ersatzes von Schulamtsbewerbern in Folge des verlängerten
Heeresdienstes der Volksschullehrer. Nach Abzug der hier nachgewiesenen Einnahmen in
Höhe von 1651 234 M. ist somit im Jahre 1902 ein Staatszuschuss von 7 837 430 M. für die
Seminare erforderlich gewesen.
3) Ausserdem werden noch Seitens der Centralverwaltung 541 630 M. sowie 51 915 M.
für die Gründung von 7 neuen Anstalten verausgabt, sowie im Extraordinarium 28 265 M.
4) Vgl. Abgeordnetenhaus 1902, Drucksache No. 275,