{II Nachträge. — Zuschussverwaltungen. SS 250—253. 301

Das durchschnittliche Diensteinkommen betrug für
1891 1896 1901
vollbeschäftigte Lehrer!). ... . . 2854 3283 4.001
Lehrerinnen). . . . 1433 1597 1838
Insgesammt wurden 1896 15,5 Mill. M., 1901 19,8 Mill, M. für
öffentliche Mittel- und höhere Mädchenschulen ausgegeben, wovon der
Staat 176 743 bezw. 338242 M. aufbrachte?).

$ 252, Die staatlichen Ausgaben für Mittelschulen werden,
wie schon in Band II Buch I hervorgehoben, aus Kap. 121 Tit. 34 gedeckt.
 Der Betrag von 80000 M., der zu diesem Zwecke 1901 eingestellt
 worden war, ist 1901 auf 100000 M. erhöht worden.)
Die Fonds Tit. 31a und 31b für höhere Mädchenschulen, welche 1899
je 90000 und 80000 M. ausmachten, sind 1900 vereinigt und bis 1908
auf 280000 M. gesteigert worden. Die Verstärkung ist namentlich erfolgt,
 um weniger leistungsfähigen Gemeinden, welche höhere Mädchenschulen
 unterhalten und Leitern derartiger Anstalten privaten Charakters
in kleineren Orten Beihülfen gewähren zu können, um die nicht selten
ganz unzulänglichen Besoldungen der Lehrkräfte an den gedachten
Schulen günstiger zu gestalten, nachdem durch das Ges. v. 3. März 1897
das Diensteinkommen der Lehrer und Lehrerinnen an den öffentlichen
Volksschulen wesentlich autgebessert worden ist.
Durch den Staatshaushaltsetat 1902 sind die akademisch gebildeten
Oberlehrer an den staatlichen höheren Mädchenschulen den Oberlehrern
an den staatlichen höheren Knabenschulen hinsichtlich der Besoldungsverhältnisse
 gleichgestellt worden (C.-Bl. d. U.-V. 1903 S. 296).

Kunst und Wissenschaft (Band II Buch I 8$ 482ff.).
8 258. Die ordinären Ausgaben für Kunst und Wissenschaft
stiegen von 1899 bis 1908 insgesammt von 4,7 auf 5,4 Mill. M.
An der Steigerung waren betheiligt am stärksten mit rd. 120 000 M.
die Akademie der Künste, dies hängt hauptsächlich mit der Uebersiedlung
 der Hochschule für die bildenden Künste in den Neubau in
der Hardenbergstrasse zu Charlottenburg und des Ueberganges des
Gebäudes der ehemaligen Bauakademie am Schinkelplatz in Berlin
auf die Kunstschule zusammen, wodurch allein 19038 ein Mehrbedarf von
79132 M. bei Kap. 122 Tit. 37 erforderlich wurde, Ferner waren betheiliet
 mit rd. 60000 M. die Akademie: der Wissenschaften, mit

ı) Vorbildungen siehe Statist, Corresp. 1903, XIX.
?) Näheres Statist. Handb. 1903 S. 455.
;) Vgl. in Betreff der Pensions- und Reliktenverhältnisse der Lehrer an Mittelschulen
(Bd. 11 Buch I $ 443) auch Verordn. über die Einführung des Pensions und Reliktengesetzes
für Lehrkräfte an öffentlichen nichtstaatlichen mittleren Schulen im Regierungsbezirk Wiesbaden
 v. 9. Mai 1901 (G.-S. S. 128). S. auch die weitere Verordn. v. gleichen Tage
(a. a. 0. 8. 126).