Zweiter Hauptabschnitt.

Kinnahmen der Handels- und Gewerbeverwaltung.
(Kap. 29 des Etats.)

Allgemeines,
$ 7. Die Einnahmen bei der Handels- und Gewerbeverwaltung
machen gegenwärtig (1902) mit 6318560 M. 44 Proz. der Gesammt-Ausgaben
 (14351 181 M.) aus.
In der früheren Zeit war dieser Prozentsatz ein wesentlich niedrigerer.
In dem ersten Etat nach Lostrennung der Bau- von der Handels- und
Gewerbeverwaltung (1879/80) standen 1 457 605 M. laufenden Ausgaben
nur 282425 M. Einnahmen gegenüber, letztere betrugen also nur rund
20 Proz. der ersteren.
Eine wesentliche Verschiebung in diesem Verhältniss trat erst
nach Uebernahme der Porzellanmanufaktur im Jahre 1885/86 vom
Kultus- auf den Handels- und Gewerbeetat mit 624000 M. Einnahme
und 698076 M. Ausgabe ein. In Folge dessen stiegen für 1886/87 die
Gesammteinnahmen auf 965 057 M., was bei 3 225 388 M. rund 30 Proz.
ausmachte. Dies Verhältniss von Einnahmen zu Ausgaben blieb im
Wesentlichen bis Ende der 90er Jahre bestehen, wo sich (1899) durch
Ankauf der Stantien-Becker’schen Bernsteinwerke und Uebernahme
derselben mit 1710000 M. Einnahmen und nur 1080000 M. Ausgaben
das Verhältnis von Einnahmen zu Ausgaben wieder und zwar auf
einige 40 Proz. erhöhte.
Das günstige Verhältniss zwischen Einnahmen und Ausgaben bei
unserer in Rede stehenden Zuschussverwaltung liegt hiernach im
Wesentlichen darin, dass auf ihrem Etat 2 Verwaltungen stehen, von
denen die eine (Bernsteinverwaltung) Reinüberschüsse liefert und
zweifellos den Ueberschussverwaltungen zuzurechnen, daher auch im
vorliegenden Werke dort behandelt ist (Bd. I, Buch II, $ 118). Die
andere Verwaltung (Porzellanmanufaktur) hat ebenfalls einen überwiegend
 gewerblichen Charakter und erfordert daher auch einen im
Verhältniss . zu anderen Zuschussanstalten nur geringen Zuschuss.
Gleiches gilt schliesslich von dem Institut für Glasmalerei, welches
seit 1887/88 auf dem Handels- und Gewerbeetat steht und mehr als °%