1062 Dritter Hauptabschnitt. Laufende Ausgaben der Handels- u. Gewerbeverwaltung.
Webeschule im Nebenamte geleitet. Ausserdem waren an ihr beschäftigt
 ein Techniker — im Hauptamt ebenfalls an der Berliner
höheren Webeschule angestellt —, der die Konstruktionszeichnungen
für die Wandtafeln und Modelle entwarf, ferner im Hauptamt ein
Zeichner zur Ausführung der Zeichnungen und die erforderlichen
Bureau- und Schreibkräfte.
Da der Direktor der Berliner Webeschule mit Nebenämtern überlastet
 war, so entschloss sich die Staatsregierung, durch den Etat 1901
für die Wahrnehmung der genannten Dienstgeschäfte einen besonderen
Beamten hauptamtlich anzustellen und ihm das erforderliche technische
und Bureaupersonal beizugeben, zugleich aber mit den für diese Beamten
 erforderlichen Gehältern die durch den Lehrmittelbetrieb erzielten
 Einnahmen und entstehenden Ausgaben in den Etat einzustellen.
 Gleichzeitig wurden die Zwecke der Anstalt erweitert
88 91 u. 94).
Die Einnahmen werden seitdem unter dem neuen Tit. 5e aufgeführt.

Sie waren 1901 wie folgt veranschlagt: auf 15000 M. Erlös aus
den Lehrmittelu, auf 3000 M. Gebühren für mechanisch- und chemischtechnische
 Untersuchungen auf dem Gebiete der Textilindustrie, mit
denen die Beamten mehrfachen Wünschen von Behörden und Textilindustriellen
 entsprechend sollen beauftragt werden können, und auf
100 M. an sonstigen Einnahmen, zusammen 18 100 M.
Die Ausgaben werden in dem (neuen) Etatskapitel 69e verrechnet.
 Sie waren für 1901 mit 39500 M. angesetzt.
Für 1902 haben sich die Einnahmen auf 81 200 M., die Ausgaben
auf 124 940 M. gesteigert. Der Grund hiervon liegt in der Hauptsache
darin, dass für 1902 die Einnahmen und Ausgaben der an der Centralstelle
 für Textilindustrie bestehenden Arbeitsvermittelungsstelle für
Stickschulen, für welche bis dahin nur ein Staatszuschuss von
12000 M. in Kap. 69 Tit. 13 stand, in Gemässheit des Komptabilitätsgesetzes
 jetzt ganz auf den Etat genommen sind und, da die Arbeitsvermittelungsstelle
 im engen Zusammenhang mit der Centralstelle
steht, bei dieser mit verrechnet werden. Es mussten deshalb allein für
die Arbeitsvermittelungsstelle für 1902 an Einnahmen 64000 M. und
an Ausgaben mehreingestellt werden bei Tit. 3: 19920 M., Tit. 4:
1620 M., Tit. 5: 58 500 M., zusammen 83 040 M.
Bei dem kurzen Bestehen der Anstalt ist über die Ausgabeentwickelung
 nichts Besonderes zu sagen.
Der Direktor der Anstalt steht in seinem Gehalte den Regierungsräthen
 der Allgemeinen Verwaltung gleich (4200 bis 7200 M.). Weitere
 etatsmässig angestellte Beamte sind 1 Ingenieur und 1 Chemiker
mit (2700 bis 4800 M.) 5400 M.; 1 Sekretär mit (1800 bis 3000 M.)
1800 M. Der Zeichner und der Bote sind remuneratorisch (1800 M.
bezw. 1000 M.) angestellt.