1. Abschnitt. Gewerbliches u. Kaufmännisches Unterrichtswesen, $ 65. 1063
Etat der technischen Centralstelle für Textilindustrie 1902,
Einnahmen: Ausgaben:
Erlös aus Lehrmitteln ...... 14000 M. Persönliche .........+... 39260 M.
Gebühren für mechanische und Sächliche .......0...... 107680 ,
technische Untersuchungen .. 3000 „ Davon für Löhne ......... 54000 ,,
Erlös aus dem Betrieb der Lohn- Material u. App... 16500 ,,
stickerei und dem Verkauf von 124.940 M.
Stickmaterial ..........64000 ,,
Sonstiges. ......0.. 0.0.1 200
Summa 81200 M.

I. Abschnitt.
Gewerbliches und Kaufmännisches Unterrichtswesen.
I. Allgemeines.
I. Vergleich des landwirthschaftlichen und gewerblichen Schulwesens miteinander.
$ 65. Die Entwickelung des gewerblichen und kaufmännischen
Unterrichtswesens fällt ebenso wie diejenige des landwirthschaftlichen
Unterrichtswesens (s. Bd. II Buch II 8 195 ff.) in der Hauptsache in die
zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Ansätze desselben finden sich zwar ebenso, wie bei dem landwirthschaftlichen
 Unterrichtswesen, schon zu Anfang des 19. Jahrhunderts
 vor, ja sie reichen sogar noch bis in das 18, Jahrhundert
zurück.!) Doch handelte es sich -- abgesehen von den Sonntagsschulen
 — meist um vereinzelte Anstalten, die hie und da von
Männern, welche die Bedürfnisse der Zukunft besser ‘verstanden, als
die Allgemeinheit, oft unter grossen Schwierigkeiten gegründet und
forterhalten wurden.
Betrachtet man die Geschichte des fachlichen Unterrichts in den
drei ersten Vierteln des 19. Jahrhunderts, so tritt uns sowohl beim
landwirthschaftlichen wie beim gewerblichen Unterrichtswesen als besonders
 charakteristisch der ausserordentlich schnelle auf dem Gebiete
der Schulgeschichte wohl einzig dastehende Aufschwung einzelner,
von ursprünglich gering bemessenen Lehrzielen ausgehender Lehranstalten
 zu Hochschulen, welche den Universitäten ebenbürtig zur Seite
treten, entgegen — eine Entwickelung, die im Wesentlichen bereits
Ende der 70er Jahre abgeschlossen war.
Die Fortbildung des mittleren und niederen Fachschulwesens in
dem gedachten Zeitraume kann sich mit diesen ausserordentlichen Erfolgen
 der höchsten fachlichen Unterrichtsstufe nicht messen. Die
mittleren gewerblichen Schulen aus dem Anfange des 19. Jahrhunderts,
die sog. Provinzialgewerbeschulen ($ 66) gingen in den 70er Jahren

1) 0. Simon, Die Fachbildung des Preussischen Gewerbe- und Handelsstandes im
18. und 19. Jahrhundert. Berlin 1902, S. 601 ff, wo eingehenderes Material zu finden iste