[IL Abschnitt. Gewerbliches u. Kaufmännisches Unterrichtswesen. $ 80. 1079
F. Endlich sind durch das Extraordinarium des Etats 1902
(Kap. 7 Tit. 22) im Anschluss an die bestehenden Maschinenbau-Fachschulen
 unter Benutzung ihrer Einrichtungen und Lehrmittel
Wanderlehrkurse für Heizer und Maschinisten eingerichtet worden
(jährlich je einmal zu 14 Tagen, Gesammtkosten 27 000 M., Schulgeld
6 M.). — Auch die Dampfkessel-Ueberwachungsvereine stellen Lehrmeister
 für ähnliche Zwecke an und erhalten aus demselben Fonds
13000 M. an Zuschüssen hinzu. (Vergl. die Etatserläuterungen a. a. O0.)

Lehrpläne.
Zu A. Die höheren Maschinenbauschulen bevorzugen in der IV. Klasse Mathematik
(8 Stunden), Mechanik, darstellende Geometrie und Zeichnen und Skizziren von Maschinenalementen
 (je 6 Stunden), neben Physik und Chemie. In den höheren Klassen gewinnen
dann die Lehrstunden über Maschinenelemente, Dampfkessel, Hebemaschinen, Dampfmaschinen,
 hydraulische Motoren, Gasmotoren (in der II. Kl. 10, in der 1. Kl. 13 Stunden),
sowie der Zeichenunterricht -— Baukonstruktion, Bauzeichnen und Baumechanik, Zeichnen
und Skizziren von Maschinenelementen, von Dampfkesseln, Hebemaschinen, Dampf- und
von Werkzeugmaschinen (11. w Ill. Kl. je 13 Stunden, J. Kl. 14 Stunden) — einen immer
grösseren Ranm, neben allgemeiner Technologie, Hüttenkunde und Elektrotechnik. In der
11. Kl. findet ein einstündiger Samariterunterricht statt.
Für die mit der Schule in Cöln verbundene Vorschule ist ein besonderer Stundenvertheilungsplan
 gegeben
Zu B. Die Maschinenbauschulen beschäftigen sich in der IV. Klasse neben den” allgemeinen
 Unterrichtsfächern (Deutsch, Rechnen, Mathematik, Physik) wesentlich nur mit
geometrischem Zeichnen, technischem Freihand- und Projektionszeichnen (18 Stund.), gehen
dann in der III. Klasse mehr zu den Maschinenelementen (6 Stund.), Mechanik (5 Stund.),
Elektrotechnik und zu dem Skizziren und Zeichnen von Maschinenelementen (10 Stund.)
über, Die IL Klasse nimmt dann die Lehre von den Dampfkesseln und Hebe- und Werkzeugmaschinen,
 die allgemeine Technologie und die Hüttenkunde, die Baukonstruktion und das
Skizziren und Zeichnen von Werkzeugmaschinen auf, und die I. Klasse stellt die Dampfmaschinen,
 hydraulischen Motoren und Gasmotoren, sowie das Skizziren uud Zeichnen von
Dampfkesseln, Hebemaschinen und Dampfmaschinen in den Vordergrund. In der II. Klasse
Samariterkursus.
(Aehnlich der Lehrplan für die 3 klassige Maschinenbauschule in Cöln).
Zu C. Die Hüttenschulen beginnen 'neben den allgemeinen Unterrichtsgegenständen
in der IV. Klasse mit technischem Freihandzeichnen, geometrischem und Projektionszeichnen
 (14 Stund.), gehen in der III. Klasse zur Mechanik, Feuerungskunde, Elektrotechnik,
 Maschinenkunde, Mineralogie, allgemeinen Hüttenkunde und dem Skizziren und
Zeichnen von Maschinen über. In der Il. Klasse treten vor Allem die analytische Chemie
(8 Stund.), die Eisenhüttenkunde (6 Stund.), die chemische Technologie (4 Stund.) und die
Uebungen im Laboratorium (4 Stund.) hinzu, welche auch noch die Hauptlehrgegenstände
der 1]. Klasse bilden unter Hinzutritt von mechanischer Technologie (8 Stund.), Metallhüttenkunde
 (4 Stund,) und Kalibriren von Walzen (8 Stund.). In der 11. Klasse Samariterkursus.

Yu D. Die Abend- und Sonntagschulen haben keinen einheitlichen Lehrplan. Dieser
wird von der Schulleitung in jedem Einzelfalle besonders gestaltet.')
Die mit den Maschinenbau- und Hüttenschulen verbundenen derartigen Schulen verfolgen
 den doppelten Zweck:
1. Schüler soweit vorzubilden, dass sie die unterste Klasse der Maschinenbauschule
and Hüttenschule überspringen; 2. Schüler, welche nicht beabsichtigen eine Tagesschule zu

11 So ist z. B. an der Posener Anstalt neuerdings ein 12 wöchiger Kursus für niederes
technisches Personal der landwirthschaftlichen Nebenbetriebe, eingerichtet