II. Abschnitt. . Gewerbliches u. Kaufmännisches Unterrichtswesen, $$ 85—86, 1083
Danach sind gestiegen die Aufwendungen
in den Etatsjahren
1891/92 1897/98 1902
M. Proz. M. Proz, M, Proz
I. der Gemeinden ,...... 52814 -- 119284 23 222687 17
2. des Staates ......... 105645 -— 289152 56 855590 65
3. die Gesammtaufwendungen
(einschl. eie. Einnahmen) — 515 601 — 13101238

Das Antheilsverhältniss von Staat und Gemeinde hat sich also in
den letzten 5 Jahren erheblich zu Ungunsten des Staates geändert.
Den grösseren Theil der Ausgaben machen die persönlichen Ausgaben
 aus, nämlich (ausweislich der Sp. 10 der Anl. LVIII auf S. 234)
bei den Staatsanstalten 955219 M., während die sachlichen Ausgaben
sich belaufen auf 210625 M. Bei den vom Staate mit unterhaltenen
Anstalten: persönliche Ausgaben 124958 M., sächliche Ausgaben
18166 M.

Lehrerbesoldungen.
8 86. Was die Besoldungsfrage anlangt, so hat sich die Staatsregierung
 bei der Gehaltsregulirung angelehnt an die Gehälter der
Eisenbahnbau-Betriebs- und Maschinenbau-Inspektoren.
Die Regelung ist gegenwärtig folgende: Direktoren, Lehrer und
Schuldiener der unter I u. II aufgeführten Anstalten werden in der
Regel mit Pensionsberechtigung auf Lebenszeit angestellt. Das Anfangsgehalt
 der Direktoren beträgt 5400 M. und steigt in 9 Jahren auf
6600 M. Die Lehrergehälter steigen v. 1. April 1902 ab nach Dienstaltersstufen.
 Die Lehrer mit Hochschulbildung beziehen 3600 M., steigend
 in 18 Jahren auf 5700 M. und zwar 3mal um 400 M. und 3mal
um 300 M., die übrigen 2100 M., steigend in 27 Jahren auf 4800 M.
und zwar 9mal um je 300 M. Das Anfangsgehalt der Schuldiener
beträgt; 900 M. und steigt in 21 Jahren auf 1200 M.
Ausserdem bestehen noch für mehrere aus der Unterrichtsverwaltung
 übernommene wissenschaftliche Lehrer die Gehaltssätze von
2700 M., in 24 Jahren auf 5100:M. steigend, nebst fester pensionsfähiger
Zulage, die nach 9 Dienstjahren 300 M., nach 12 Dienstjahren 600 M.
und nach 15 Dienstjahren 900 M. beträgt.') Ausserdem sind 16 Werkmeisterstellen
 mit einem in 18 Jahren von 1800 auf 2700 M. steigenden
Gehalt vorhanden.
Die Lehrer haben durchschnittlich 26—28 Stunden die Woche zu
yeben.?) Die Möglichkeit zu Nebenerwerb durch Privatarbeiten ist für
die technischen nicht grundsätzlich ausgeschlossen.

1) Diese Lehrerstellen werden aber nach einem Etatsvermerk zu Kap. 69 Tit, 1b bei
ihrer Erledigung in solche mit 3600— 5700 M. umgewandelt.
?) Ueberstunden über die Pflichtstundenzahl werden besonders remunerirt (Ktat 1902
Erläuterungen zu Kap. 69 Tit. 3).