1084 Dritter Hauptabschnitt. Laufende Ausgaben d. Handels- u. Gewerbeverwaltung.

Schuldiener.
Die Zahl derselben beträgt 19 an den staatlichen, 1 an nichtstaatlichen
 Schulen. Sie beziehen 900—1200 M. und haben sämmtlich
Dienstwohnung.
Extraordinarium.
$ 86a. Baukosten entstehen nicht, da in der Regel die Städte,
wo Maschinenbauschulen errichtet werden sollen, sich bereit erklären
müssen -— ausser einem jährlichen Zuschuss für die Unterhaltung der
Schule — auch die erforderlichen Schulgebäude zu errichten, zu unterhalten
 und erstmalig mit Inventar auszustatten.
Die erstmalige Ausstattung (spätere Vervollständigung) mit Lehrmitteln,
 Bibliothek u. s. w. erfolgt dagegen meist durch den Staat
(vergl. z. B. Extraordinarium des Etats 1900 Kap. 7 Tit. 8—20). Von
1890 bis 1901 wurde fast 1 Mill. M. für derartige Zwecke bereitgestellt.
S. 8 152.

b) Spezialfachschulen für Metallindustrie.!)
$ 87, Die älteste dieser Schulen ist die 1879 eröffnete Fachschule
für Metall- (Bronze- u. Messingwaaren) Industrie in Iserlohn. Sie
will tüchtige kunstgewerbliche und gewerbliche Arbeiter und Werkmeister
 heranbilden.
Da der praktische Unterricht in der Lehrwerkstätte ein Ersatz
und eine Ergänzung für die Fabrik- und Werkstattlehre sein soll, so
nimmt sie im Gegensatz zu den Maschinenbau- und Hüttenschulen
auch junge Leute ohne jede praktische Vorbildung auf, wenn
sie nur mindestens 14 Jahre alt sind und die Ziele der Volksschule
erreicht haben.
Die Schule hat 3 Abtheilungen: 1. für Modelleure, Ciseleure und
Graveure; 2. für Kunstschmiede, Werkzeugschlosser, Dreher und
Drucker; 3. für Galvanoplastik, Galvanostegie und Metallfärbung für
Former und Metallgiesser.
Der Unterrichtskursus in jeder Abtheilung dauert 3 Jahre.
Die Frequenz, etatsmässige Behandlung, Einnahmen und Ausgaben,
Lehrerbesoldungen sind im Zusammenhang mit den Maschinenbauschulen
 bereits erörtert worden.
$ 88, Eine zweite Gruppe von Spezialfachschulen der Metallindustrie
sind die 3 Fachschulen für die Kleineisen- und Stahlindustrie, von
denen die zuerst gegründete und vorbildlich gewordene diejenige zu
Remscheid ist (gegr. 1882), der später die Siegener (1900) und
die zu Schmalkalden (1902) nachgebildet sind.
In diesen Schulen sollen junge Leute, die aus der Volksschule
entlassen sind, praktischen Werkstattsunterricht im Schlosser-, Dreherund
 Schmiedehandwerk, sowie in den damit verwandten Bearbeitungs-1)

 Simon S. 780.