JIL. Abschnitt. Gewerbliches u. Kaufmännisches Unterrichtswesen. $$ 86a—90. 1085

methoden der Metalle und einen geordneten theoretischen Schulunterricht
 im Zeichnen, in den Grundlehren der Naturwissenschaften und
in den technischen Lehrgebieten erhalten, so dass sie die Stellen von
Vorarbeitern, Werkmeistern, Maschinisten, Schmelzmeistern u. s. w.
mit Erfolg ausfüllen können. Der Werkstättenunterricht erstreckt sich
auf das Schmieden, die Schlosserei, Holzdreherei, Eisendreherei, Tischlerei,
 Klempnerei, Formerei und Giesserei. Der theoretische Unterricht
umfasst Deutsch, Rechnen, Geschäftskunde, Mathematik, Physik,
Elektrotechnik, Chemie, Mechanik, Linearzeichnen, darstellende Geometrie,
 Maschinenzeichnen, Freihandzeichnen, Skizziren, Metallurgie,
Technologie, Maschinenlehre, Baukonstruktion und Bauzeichnen. Der
Kursus ist zweijährig, doch können Schüler, die sich eine weitergehende
 theoretische Bildung aneignen wollen, in Remscheid die dort
eingerichtete Oberklasse besuchen. Die letztere ist namentlich für
Schüler bestimmt, welche später in grössere Betriebe, sei es als Inhaber
 oder Leiter, eintreten und für welche daher eine genauere
Kenntniss der Kraft- und Arbeitsmaschinen, sowie der neueren Arbeitsmethoden
 von besonderem Werth ist.
Auch hier sind Frequenz, etatsmässige Behandlung, Einnahmen
und Ausgaben, Lehrerbesoldung u. s. w. schon im Zusammenhang mit
den Maschinenbauschulen erörtert.
$ 89. Als Spezialfachschule für Metallindustrie ist noch die auf
Anregung und mit Unterstützung des „Vereins der Kupferschmiedereien
Deutschlands“ errichtete Kupferschmiedefachschule in Hannover zu
nennen, die eine besondere Abtheilung der dortigen städtischen Handwerker-
 und Kunstgewerbeschule bildet und am 1. Oktober 1893 eröffnet
 wurde. S. auch $&amp; 78.
Sie will in 2 Jahreskursen (wöchentlich 44 Stunden) Werkmeister
und Betriebsleiter für Kupferschmiedereien vorbilden und fordert Volksschulbildung,
 sowie dreijährige praktische Thätigkeit.
IV. Fachschulen der Textilindustrie.')
Entwickelung.
8 90. Erst im Jahre 1880 begann die Staatsregierung eine planmässige
 Förderung des Textilschulwesens in ganz Preussen vorzunehmen.
 ;
Im Jahre 1880 bestanden ältere Schulen in Einbeck (1861)
und Spremberg (1869); weitere Schulen kamen nunmehr hinzu in
Aachen, Berlin, Kottbus, Sorau, Falkenburg, Forst i. L.
Sommerfeld, Mühlhauseni. Th., Ronsdorf, Langenbielau,
Barmen und München-Gladbach.
Die zweite Hälfte der 90er Jahre brachte auch auf dem Gebiete
des Textilschulwesens, wie auf anderen Gebieten des mittleren techı)
 Simon 8.4763.