II. Abschnitt. Gewerbliches u. Kaufmännisches Unterrichtswesen. $$114—116. 1103
Sommer 1899 208 Pensionärinnen,
Winter 1899/1900 197
Sommer 1900 179
Winter 1900/01 152
Sommer 1901 1%
Winter 1901/02 185
Sommer 1902 216

Bi

Die Unterhaltung der Schule erfolgte ursprünglich aus Kap. 69
Tit. 7a, sie wurde also zunächst als gewerbliche Fortbildungsschule
für Mädchen behandelt. Da sie aber immer mehr einen fachlichen
Charakter annahm, wurde sie seit 1901 wie andere staatliche Fachschulen
 behandelt, ihre Einnahmen und Ausgaben wurden sämmtlich
in den Staatshaushaltsetat aufgenommen (Etat 1901). In diesem Jahre
wurden an Einnahmen bei Kap. 29 Tit. 2d der Einnahme eingestellt.
Aus dem mit der Schule verbundenen Pensionate werden an
Pensionsgeld 17200 M., an Schulgeld von Schülerinnen 16 242 M., aus
dem Verkaufe von Speisen und Material 4200 M. und an sonstigen
Einnahmen 2158 M., insgesammt 39 800 M. aufkommen.
Die Ausgaben sind unter Kap. 69 Tit. 1d 99400 M., Tit. 2 5412 M.
Tit. 3 4100 M.. Tit. 4 37588 M., Tit. 5 1300 M., mit zusammen 48 400 M.
ausgebracht.
Es erhalten: die Vorsteherin, deren Gehalt von 2700 M. in 9 Jahren
in 3 Abstufungen von je 300 M. auf 3600 M, aufsteigen soll, den ihrem
jetzigen Einkommen entsprechenden Gehaltssatz von 3600 M., 15 Lehrerinnen
 je 1500 M., steigend in 18 Jahren auf 2700 M., zus. 22 500 M.,
1 Lehrer für Handelswissenschaften 2700 M., steigend in 12 Jahren
auf 4500 M., 1 Sekretär und Rechnungsführer 1800 M., steigend in
18 Jahren auf 83000 M., 1 Schuldiener 900 M., steigend in 21 Jahren auf
1200 M., alle zusammen 31500 M.
Die Vorsteherin, 5 Lehrerinnen und der Schuldiener erhalten Dienstwohnung.
 Der Vorsteherin sind 600 M. und den in der Anstalt
wohnenden 5 Lehrerinnen je 300 M. für Verpflegung, Beleuchtung,
Heizung, Wäsche und ärztliche Behandlung im Anstaltsgebäude,
zusammen 2100 M. auf die Gehaltsbezüge in Anrechnung zu bringen.

8 116. Eine zweite Schule dieser Art ist die zu Rheydt, welche
seit 1902 auf dem Etat erscheint. Diese war bisher eine private
Handels- und Gewerbeschule für Mädchen (errichtet 1870).
Die Schule stellt sich die Aufgabe, junge Mädchen zu allen, dem
weiblichen Geschlechte zugänglichen kaufmännischen und gewerblichen
Berufen gründlich vorzubereiten und sie dadurch zu befähigen, sich
ihren Lebensunterhalt selbstständig zu erwerben. Ausserdem werden
in der Anstalt Lehrerinnen für Fortbildungs- und Fachschulen vorgebildet.
 Mit der Schule ist ein Pensionat und ein ständiger Mittagstisch
 verbunden, um die in der Kochabtheilung gefertigten Speisen