1112 Dritter Hauptabschnitt Laufende Ausgaben d. Handels- u, Gewerbeverwaltung.
Materialienverbrauch, Anschaffungsgelegenheit und Preis derartiger Maschinen und Werkzeuge;
 b) Vorführung bewährter Arbeitsmethoden und technischer Fortschritte des Kleingewerbes
 in Lehrkursen; Vermehrung und weiterer Ausbau der Meisterkurse mit Unterweisung
 in der Buch- und Rechnungsführung; Erleichterung des Besuchs dieser Kurse durch
Gewährung von Stipendien; Errichtung einer Auskunfsstelle für alle einschlägigen Fragen;
©) Förderung der Lehrlingsausbildung; d) Förderung des gewerblichen Genossenschaftswesens
 (Anregung zur Begründung und materielle Hilfe, die über die ersten Schwierigkeiten
hinweghilft). !)
Der Antrag hat von allen Seiten des Hauses warme Zustimmung
gefunden und ist einer Kommission von 14 Mitgliedern überwiesen
worden. Sten. Ber. a. a. 0. S. 1386.
Die Staatsregierung ist gegenwärtig damit heschäftigt, eine
Denkschrift über die z. Zt. zur Förderung des Handwerks und Kleingewerbebetriebs
 bestehenden staatlichen Massnahmen auszuarbeiten.
Doch hat die Regierung auch in dem Etatsentwurf für 1903 den
Wünschen des Abgeordnetenhauses nach Vermehrung der in Frage
stehenden Staatsmittel in etwas Rechnung getragen. So finden wir im
Ordinarium unter Kap. 69 Tit. 15 eingestellt: 100000 M. zu Zuschüssen
für die in Gemässheit des $ 103e Abs. 3 von den Handwerkerkammern
getroffenen Veranstaltungen und zur Hebung des Kleingewerbes. Der
Fonds ist in die folgenden Jahre übertragbar.
Ausserdem sind aber auch im Extraordinarium 15000 M. für Reisen
„zum Studium der in anderen Bundesstaaten und im Auslande getroffenen
 Massnahmen zur Förderung des Kleingewerbes“ bereit gestellt.
Die Reisen sollen vor allem zu einer näheren Prüfung führen, ob
und in wieweit bewährte Einrichtungen auf dem fraglichen Gebiete
sich zur Einführung in Preussen eignen. Hier ist also der Keim zu
neuen und vermehrten Ausgaben im zukünftigen Ordinarium gegeben.

V. Abschnitt.
Königliche Porzellanmanufaktur.
Geschichte und Entwickelung bis in die neueste Zeit.
I. Bis 1875.
$ 127, Die Königliche Porzellanmanufaktur?) ist aus einer im
Jahre 1761 von einem Privatmann angelegten, 1763 vom Staate für
225 000 Thlr. altbrandenburgisch Courant angekauften privaten Anstalt
 hervorgegangen. Zur Zeit dieses Ankaufs hatte die Manufaktur

') In Preussen giebt es gegenwärtig nur 200 Handwerker-Kreditgenossenschaften; eine
gewisse Vermehrung ist der Wirksamkeit der Centralgenossenschaftskasse zuzuschreiben (vergl.
Bd. II Buch IT $$ 429£f£), doch waren 100 schon vor deren Errichtung vorhanden. A.-H. Sten.
Ber. 1902 8. 1282. Der Staat stellte zur Förderung des kleingewerblichen Genossenschaftswesens
 extraordinär von 1896/97—1902 140000 M. zur Verfügung (1903: 30000 M.). Vgl. auch
Min. f. H. u. G. 1902 8, 262.
2) Vgl. Kolbe, Geschichte derselben. Berlin 1863 (R. Decker).