1114 Dritter Hauptabschnitt, Laufende Ausgaben d. Handels- u. Gewerbeverwaltung.
Direktion betrieben, seitdem aber wieder mit der Manufaktur vereinigt.
 wurde.
Seit 1821 war die Verwaltung in zwei Theile getheilt worden,
welche besondere Etats und Direktoren hatten, die Partie des
weissen Porzellans und die des bemalten Porzellans. Seit 1832
waren beide Partien wieder unter einem Direktor vereinigt, bestanden
aber sachlich noch fort bis 1851, wo auch die sachliche Trennung
wieder beseitigt wurde.
$ 127a. Die finanziellen Ergebnisse der Porzellanmanufaktur
waren dauernd recht zufriedenstellende.
Es betrug nach Kolbe a. a. O0. S. 286 der Jahresüberschuss von
durchschnittlich der N ekadrien
19335 Thaler 21,25
40 839 26,20
33 509 18,30
7 628 4,72
6792 4,27
18 806 12.70

1763—1787
1788—1807
[808—1821
1822—1831
1832—1849
1850—1862

In Summa betrugen von 1763 bis 1862 die Gesammtbruttoeinnahmen
14507 190 Thlr., der Gesammtüberschuss 2254164 Thlr.
Insbesondere war es der Besitz des Monopols —, des rechtlichen
und (nach dessen Aufhebung 1810) noch geraume Zeit des faktischen —,
welcher während der ersten 3 Perioden jenen erheblichen Gewinn
sicherte. Mit dem Beginn der 20er Jahre machte sich indessen starke
ausländische und später auch inländische Konkurrenz geltend, durch
welche die Erträgnisse stark geschwächt wurden. Seit den 50er
Jahren hob sich die Rentabilität indessen wieder.
Anfang der 60er Jahre berechnet Kolbe (a. a. O. S. 292) das Anlage-
 und Betriebskapital auf rund 401587 Thlr., welche bei einem
durchschnittlichen Reinertrag von 24041 Thlr. sich mit beinahe
6 Proz. verzinsten.
Bis 1862 waren ferner sämmtliche Kosten, welche die Unterhaltung,
Erneuerung, Verbesserung des Werkes im Laufe der Zeit beanspruchten'),
 lediglich aus dessen Erträgnissen bestritten worden, und bis dahin
ist niemals ein Zuschuss aus allgemeinen Staatsmitteln dazu gegeben
worden.

$ 127 b. Auch in der Zeit nach Veröffentlichung der Kolbeschen
Schrift waren, wie die Anl. LXVIIL ergiebt, die Erträgnisse zunächst
noch recht günstige. Von 1868 bis 1875 betrugen die Ueberschüsse im
Jahresdurchschnitt 43436 M. Rechnete man nur das reine Betriebsvermögen,
 so ergab sich ein durchnittlicher Ueberschuss von 68203 M.
pro Jahr.
1) z. B. in den 30er und 40er Jahren für Um- und Erweiterungsbauten 98 000 Thlr.