11832 Dritter Hauptabschnitt. Laufende Ausgaben d. Handels- u. Gewerbeverwaltung.
pensionen von 13,50 bis 105 M., Wittwenpensionen von 3 M. und Kindergelder (bis zum
vollendeten 14. Lebensjahre) von 3 M. monatlich, welche den Berechtigten neben den reichsgesetzlichen
 Alters- und Invalidenrenten zufliessen. Das Kassenvermögen beträgt zur Zeit
215200 M. und ist der Staatszuschuss zur Versorgungskasse mit Rücksicht auf die Höhe der
Zinsen seit 1895 auf den festen Betrag von 1500 M. Jährlich normirt,
3. Die Speiseanstalt. Die Speiseanstalt besteht seit 1890 und liefert Mittagessen
zu 25 Pf, und zu 50 Pf., sowie Kaffee, Bouillon und kalte Speisen zu Preisen, die von der
Direktion genehmigt sind. Die Direktion bezahlt den Oekonom und sein Personal, giebt
die Räume miethefrei her und liefert die Utensilien, das Geschirr, Gas, Wasser und Feuerungsmaterial
 unentgeltlich. Die Aufsicht führt die Direktion.
4. Die Badeanstalt, errichtet 1887 und mit 2 Wannen und 8 Brausen ausgestattet,
gewährt kalte und warme Bäder und Douchen. Die Anstalt ist im Sommer an den Nachmittagen
 des Mittwoch und des Sonnabend, im Winter am Sonnabend nachmittags während
der Arbeitszeit für die Arbeiter der Manufaktur geöffnet, Ein Wannenbad kostet 10 Pf,
eine Douche nichts.
5. Die Darlehnskasse. Von den Ueberschüssen des Bierverkaufes‘ in der Manufaktur
 wurde im Jahre 1894 ein Darlehnsfonds von 2000 M. begründet, aus welchem Arbeitern
 und Angestellten, die grossjährig und mindestens 1 Jahr in der Manufaktur beschäftigt
sind, in Fällen der Noth nach Zustimmung des Arbeiter-Ausschusses Darlehne bis zu 100 M.,
die in kleinen Monatsraten zurückzuzahlen sind, bewilligt werden.
Auch im Uebrigen kommt der Gewinn aus dem Bierverkauf den Arbeitern und Arbeiter-Wittwen
 nach den Vorschlägen des Arbeiter-Ausschusses zu gute.

Extraordinarium.

$ 144, Die Porzellanmanufaktur hat seit den 80er Jahren fortdauernd
 neben den laufenden Zuschüssen auch die Bereitstellung extraordinärer
 Mittel erforderlich gemacht. So sind seit Mitte der 80er Jahre
bis 1901 zusammen 618 150 M. erforderlich geworden, die zum Theil
zu baulichen Verbesserungen erheblicherer Art, neuen Ofeneinrichtungen,
zur Betheiligung an Weltausstellungen u. s. w. verwendet wurden.
Grössere Neubauten von Gebäuden sind dagegen seit den 70er
Jahren nicht mehr nothwendig gewesen. Die Fabrikanlagen, welche
bis 1872 zum Theil auf dem Territorium, auf dem jetzt die Gebäude
für Abgeordneten- und Herrenhaus errichtet sind, zum Theil auf dem
Grundstück in der Wegelystrasse standen, sind mit jenem Zeitpunkt
auf letzterem vereinigt. Dieses noch jetzt Manufakturzwecken dienende,
theils in Berlin, theils in Charlottenburg gelegene und von der Strasse
Siegmundshof, der Berliner und der Englischen Strasse, sowie der
Spree begrenzte und von dem Landwehrgraben, der auf dem Manufakturetablissement
 zum Hafen erweitert ist, durchschnittene Terrain ist
etwa 5 Hectar gross und weisst zur Zeit auf Charlottenburger Seite
die eigentliche Porzellanfabrik, die Versuchsanstalt und Dienstwohnungs-
 und Arbeiter-Wohnungshäuser, auf Berliner Seite die
Malerei-, Magazin- und Verwaltungsräume auf, wie sie 1872 theils neu
errichtet, theils zweckentsprechend umgebaut und später den veränderten
 Aufgaben und der gesteigerten Fabrikation entsprechend erweitert
 wurden. Der Werth der Baulichkeiten ist 1894 bauamtlich auf