VI. Abschnitt. Institut tür Glasmalerei., $$ 144, 145, 1133

1 856 500 M., der der Dampfmaschine und sonstigen maschinellen Einrichtungen
 auf 50400 M. + 78 350 M. geschätzt. Seit 1894 sind insofern
 viele erhebliche Veränderungen vorgekommen, als das Grundstück
 für Be- und Entwässerung an die Städtischen Leitungsnetze angeschlossen,
 die Räume der Gestaltungsabtheilung ‘und der Malerei
erweitert und die Kraftübertragung und Beleuchtung durch selbst erzeugte
 Elektrieität anderweit geregelt, auch sonstige betriebstechnische
Einrichtungen in grösserer Anzahl getroffen wurden, die in Porzellanfabrikation
 an Stelle der Handarbeit Maschinenbetrieb ermöglichen.
1872 war für den Brennereibetrieb lediglich der kontinuirlich
arbeitende, aus 22 Kammern bestehende Gasofen eingerichtet, welcher
noch jetzt unverändert weiterbenutzt wird; in den Jahren 1883 bis 1888
sind dem Gasofen aber 4 neu hergerichtete Rundöfen hinzugetreten.
In den letzten Jahrzehnten ist auch eine erhebliche Vermehrung der
keramischen Sammlung und der Lehrmittel erfolgt und für Studienzwecke
 eine eigene Gärtnerei auf dem Etablissement in Betrieb genommen.

In dem fiskalischen Grundstücke Leipziger Strasse 2 befindet sich
seit 1890 der Verkauf in zu jener Zeit in vornehmer zweckentsprechender
 Weise ausgestatteten Räumen.

VI. Abschnitt.

Institut für Glasmalerei.
(Kap. 29 Tit. 5b der Einnahme, Kap. 69b der Ausgabe.)

$ 145, Das königliche Institut für Glasmalerei ist eine aus der
eigensten Initiative des König Friedrich Wilhelms IV. im Anfang der
40er Jahre hervorgegangene Schöpfung, mit der Absicht, die in
Preussen seit Mitte des 18. Jahrhunderts gänzlich in Vergessenheit
gerathene alte Glasmalereikunst wieder von Neuem zu kultiviren und
die Privatindustrie zur Nachahmung anzureizen.
Die finanzielle Fundation war von vornherein eine ungenügende.
Ein Betriebskapital wurde dem Institut nicht zugewiesen, sondern
nach Bedürfniss wurden dem langjährigen Leiter, Major später General
Vogel von Falkenstein, Vorschüsse aus der königlichen Schatulkasse
überwiesen, die nach Friedrich Wilhelms IV. Tode aber wegfielen.
Dabei gingen die Leistungen des Instituts immer mehr zurück, Die
Bestellungen auf Arbeiten wurden nicht nur von Regierungsseite
immer knapper. Die kirchenpolitischen Wirren hatten zur Folge, dass
auch von katholisch-kirchlicher Seite immer seltener Bestellungen
stattfanden. Es musste daher im Laufe der 70er Jahre ein Vorschuss
von 5000 M. aus dem Allerhöchsten Dispositionsfonds bewilligt werden.