1204 Dritter Hauptabschnitt. Laufende Ausgaben, ;
Swinemünde, Kolbergermünde, Harburg sind besondere Hafenbauinspektionen
 eingerichtet mit einem höheren Wasserbaubeamten an
der Spitze.
Wieviel von dem ordinären Fonds (Tit. 15) auf diesen Ausgabezweig
 entfallen ist, würde sich, da, wie schon in 8 224a erwähnt, deı
Fonds auf die einzelnen Regierungsetats verteilt ist, nur durch eingehende
 Berechnungen auf Grund der Einzeletats der Regierungen
feststellen lassen.
Dagegen liess sich ermitteln, welche Beträge extraordinär und
ausserotatsmässig in den letzten Jahren zu derartigen Zwecken
verwandt worden sind. Es sind ausgegeben von 1880 bis 1889 etwas
über 21 Mill. M.') — abgesehen von den auf Grund des Ges, v. 30. Juni
1886 (G.-8. S. 184) bewilligten 6,5 Mill. M. für den Altonaer Zollanschluss
an das Deutsche Zollgebiet. Betheiligt waren dabei vor Allem die
staatlichen Seehäfen zu Memel, zu Pillau?) und am Frischen Haff, zu
Neufahrwasser, Stolp-, Rügenwalder- und Kolbergermünde, Swinemünde,
die Schleswig-holsteinischen Häfen, der Hafen zu Harburg, Geestemünde,
 Emden und Leer, sowie einige kommunale, staatlicherseits
unterstützte Häfen, endlich die Fischereihäfen Norderney und Norddeich.
Von 1890 bis 1901 wurden (nach Anl. LXXV) für Seehäfen ausgegeben
im Extraordinarium zusammen 20767300 M. und ausseretatsmässig
2803 100 M., zusammen 23 570 400 M., also im Ganzen von 1880 bis
1901. (einschl. des Altonaer Hafens) rund 51 Mill. M., im Jahresdurchschnitt
 rund 2,3 Mill. Mark.

$ 227. Im einzelnen ist hervorzuheben:
In der Zeit von 1880/89 wurden ausgegeben für den Hafen zu Memel 2246 000 M.
(veranschlagt 2363 000 M.), für den Hafen zu Pillau 6976 000 M. (veranschlagt 8 146 000 M.),
für die Herstellung einer ursprünglich auf 5 m, später auf 6!/, m tiefen Fahrrinne durch
das Frische Haff von Königsberg bis Pillau (von 1889/1901) zusammen 12 300 000 M., für
den Hafen zu Neufahrwasser 2 693 000 M., für die hinterpommerschen Häfen zu Stolpmünde,
Rügenwalde und Colbergermünde 2 083 000 M., zu Swinemünde S48 000 M., in den schleswigholsteinischen
 Häfen 872000 M., für Harburg (1876—1881 2274000 M.), Geestemünde
rund 1 Mill. M.
Die Kosten der Emshäfen zu Emden und Leer, in Verbindung mit dem Ems-Jadekanal
and Dortmund-Emskanal gebaut, können hier nicht gesondert angegeben werden.
Von 1890—1899 wurden für die Fischereihäfen Norderney und Norddeich 1890 000 M.
aus dem Extraordinarium verausgabt, nachdem schon vorher 700000 M. für den ersteren
Hafen verwendet waren. Für Geestemünde von 1890—1900 8407000 M, für Harburg in
demselben Zeitraum 1504000 M. (für 1900 weitere 100000 M. eingestellt). Ferner sind
für den Hafen bei Schulau an der unteren Elbe 37700 M. (bereitgestellt 190 000 M.) verausgabt,
 für den Aussenhafen in Glückstadt 232 400 M. (bereitgestellt 239 500 M.), für den

') Bericht über die Thätigkeit der preussischen Wasserbauverwaltung. Berlin 1890.
Ernst Korn.
?) Die Königsberger und Pillauer Hafenanstalten wurden nach einem Abkommen von
1808 der Königsberger Kaufmannschaft zur Unterhaltung überwiesen, mussten aber 1864 vom
Staate wieder übernommen werden, an welchen damit auch die Schiffahrts-Abgaben und
Hafengelder wieder zurückfielen.