IV. Abschnitt. Sächliche Fonds. $ 229, 1207

lampfern grösster Art ausreichenden Verkehrsanlage zu gestalten. Die hierzu nöthigen
Baggerkosten betrugen 2500000 M. Die Kosten der Ausführungen im Aussenhafen sind
auf 5384000 M. veranschlagt, sodass die Gesammtkosten 7884000 M. betrugen, deren
Schlussrate 1901 bewilligt worden ist, wozu dann noch eine Ergänzungsrate von 163 000 M.
für die Abgrenzung eines im Emder Aussenhafen zu errichtenden Freibezirks trat.
Der Emder Binnenhafen, welcher Schiffe von reichlich 6 m Tiefgang aufnehmen!kann,
ist erheblich vergrössert und in allen seinen Einrichtungen vervollkommnet; der neue offene
Aussenhafen erhält durch die Ausführung des vorliegenden Projekts eine Tiefe von 111/, m
unter Mittel-Hochwasser, sodass dort auch bei Niedrigwasser, welches in der Regel um
2,7 m, höchstens aber 3,3 m unter Mittel-Hochwasser abfällt, die grossen Seeschiffe bis zu
8,2 m Tiefgang stets flott bleiben, wobei bemerkt werden mag, dass von dem gewaltigen
Schiffsverkehr des Hafens von Rotterdam, mit welchem Emden den Wettbewerb aufzunehmen
hat, von 6373 Schiffen im Jahre 1898 nur ein Schiff einen grösseren Tiefgang hatte, und
dass die neuesten Linienschiffe der kaiserlichen Marine 7,8 m tief gehen. Das Fahrwasser
der Unterems, ein schon von der Natur besonders begünstigtes Fahrwasser zur Nordsee,
da es das gewaltige Spülbecken des Dollarts besitzt, wird durch die im Gange befindlichen
Baggerungen von Emden abwärts auf 10 m unter Mittel-Hochwasser vertieft. Der Emder
Aussenhafen und die Unterems bleiben auch im Winter für die Schiffahrt offen. Der
Aussenhafen wird mit einem ausgedehnten Quai, grossen Seegüterschuppen, mit elektrischen
Krahnanlagen, Kohlenschüttkrahn, Hafenbahn und allen sonstigen Erfordernissen eines
grossen Seehafens ausgerüstet. Die Hamburg-Amerika-Linie, die grösste Seeschiffahrtsgesellschaft
 der Welt, von dem Staate eine erhebliche Strecke des Quais mit hinterliegendem
Seegüterschuppen u.s.w. zunächst auf 10 Jahre gemiethet hat und beabsichtigt, einen
Theil ihrer grossen Flotte regelmässig Emden anlaufen zu lassen.

Die Unterweser.
Zwischen den Staaten Preussen, Bremen und Oldenburg sind unterm 11. März 1891
und 25. Febr. 1896 und 189) Verträge behufs Verbesserung des Fahrwassers der Weser
von Geestemünde abwärts geschlossen worden, wozu insgesammt 13 Mill, M. zu diesem
Zwecke verwendet werden sollen. Die Bauausführung liegt Bremen ob, welcher Staat auch
die Kosten verauslagt. Die Deckung erfolgt durch die Schiffahrtsabgaben, die zufolge des
Staatsvertrages zwischen Preussen, Oldenburg und Bremen vom 6. März 1876, betreffend
die Unterhaltung der Schiffahrtszeichen auf der Unterweser von Vegesack abwärts, von dem
über 200 cebm hinausgehenden Raumgehalte jedes in die Weser einlaufenden Schiffes
erhoben werden,
Für den Fall, dass bis zum 1. Jan. 1945 die Kosten noch nicht gedeckt sind, steuert
Preussen ?2/, des Fehlbetrags bei, vorbehaltlich . der Rückerstattung aus den genannten
Abgaben,

Die Unterelbe.
Es wurden für Vertiefung u. s. w. des Reiherstieges zwischen Harburg und Hamburg
(auf 0,60 m Tiefe) ausgegeben 83 000 M. und 1150000 M. veranschlagt.
Ferner wurde auf Grund eines Staatsvertrages mit Hamburg vom 19. Dez. 1896 die
Regulirung der Süderelbe in Angriff genommen und hierzu 689 600 M, verausgabt.
Den Bestrebungen der Schiffahrtsinteressenten auf eine durchgreifende Verbesserung
der Strom- und Schiffahrtsverhältnisse auf der Unterelbe sind die beiden betheiligten Regierungen
 zunächst dahin näher getreten, dass in dem Staatsvertrag vom 19. Dez. 1896 die
Berufung eines aus Verwaltungsbeamten und Technikern beider Staaten zusammengesetzten
Ausschusses vereinbart worden ist, welcher die technischen, finanziellen und administrativen
Bedingungen einer durchgreifenden Korrektion der Unterelbe von Orthkaten abwärts festzustellen
 hat. Der Ausschuss hat seine Thätigkeit im Febr. 1898 begonnen. Inzwischen
sind die technischen Vorarbeiten kräftig gefördert, jedoch noch nicht zum Abschluss gebracht
Die Wiederherstellung der alten Dievenowmündung Ende der 90er Jahre auf 3 m
Tiefe erforderte 394 900 M. Kosten, wovon Provinz und Interessenten 30500 M. beitrugen.