1210 Dritter Hauptabschnitt, Laufende Ausgaben.
Eine besondere Aufmerksamkeit ist der Befestigung der Dünen auf der Kurischen
Nehrung zugewandt worden.
Diese nahezu 100 km lange und durchschnittlich 2 km breite Nehrung besteht zum
grössten Theil aus Wanderdünen, die sich bis 50 m und mehr über den Wasserspiegel der
Ostsee erheben und Jährlich um etwa 2 bis 5 m vorschreiten. Wie umfangreiche Versuche
ergeben haben, lässt sich das Vordringen der Dünen nur durch Aufforstung verhindern, Es
ist daher im Jahre 1890 mit der Festlegung der Dünen in dem Theil der Nehrung von
Süderspitze bei Memel bis zu der bei Schwarzort belegenen Waldung begonnen und seitdem
für diese Arbeiten alljährlich ein Betrag von etwa 100000 M. im Extraordinarium der Bauverwaltung!
 bereit gestellt worden. Auf den vorgesehenen Gesammtaufwand von 1459 000 M.
sind von 1890 bis 1899 1014000 M. überwiesen und vollständig verausgabt. Zum Theil
sind auch die Arbeiten zur Kultur der Binnendünen und Aufforstung festgelegter Dünen auf
Kosten der land wirthschaftlichen Verwaltung durch die Organe der Allgemeinen
Bauverwaltung ausgeführt worden (s. Bd. II Buch II $8 189 #.). Die erzielten Erfolge lassen
nicht nur erwarten, dass die Festlegung und Bewaldung der Wanderdünen auf dem eingeschlagenen
 Weg erreicht werden wird, sondern sie stellen auch eine erhebliche Werthsteigerung
 der bisher öden Nehrungsflächen in Aussicht.
Um eine wirksame Bewachung der Dünen-Kulturen zu ermöglichen und die Aufsichtsbeamten
 den Bewohnern gegenüber unabhängiger zu stellen, sind seit dem Jahre 1878 fünf
Dünen wärtergehöfte erbaut, z. B. bei Preil und Rossitten auf der Kurischen Nehrung, zu
Strauchbucht auf der Frischen Nohrung, bei Ceynowa auf der Halbinsel Hela und bei Vitte
im Kösliner Regierungsbezirk u. s. Ww.

ze) Gesammtausgabe der zu « und £ genannten Fonds.
$ 234, Die Gesammtausgaben für die in $$ 223 u. ff. aufgeführten
Zwecke zur Beförderung der Seeschiffahrt betrugen nach dem Vorgesagten
 von 1880 bis 1889 im Ordinarium rund 25 000000 M., im
Extraordinarium und ausseretatsmässig 39809300 M. '), zusammen
64809 300 M., von 1890 bis 1901 im Ordinarium rund 40000000 M.,
im Extraordinarium 62625600 M. und ausseretatsmässig 39908 900 M.,
zusammen 142534500 M. und zusammen von 1880 bis 1901 im Ordinarium
 rund 65000000 M., im Extraordinarium und ausseretatsmässig
142 343 800 M.?), also im Ganzen 207 345 800 M. oder durchschnittlich
pro Jahr von 1880 bis 1889 64809380 M., von 1890 bis 1901 11877875 M.
und von 41880 bis 1901 9424718 M.
Die Jährliche Durchschnittsausgabe hat sich also in den 90er gegenüber
 den 80er Jahren um rund 83 Proz., diejenige des Ordinariums nur
ım rund 383 Proz. gesteigert.

2. Fonds für Binnenschiffahrt.
a) Binnenschiffahrt auf‘ natürlichen Wasserstrassen.
a) Geschichtliches und Allgemeines bis Ende der 70er Jahre.
$ 238, Der Verkehr auf schiffbaren Wasserstrassen war in
Preussen älter, als der Verkehr auf kunstmässig ausgebauten Landstrassen
 (Chausseen). Das lag ebensosehr in natürlichen Gründen, indem
 die Zusammenlage der Hauptflussläufe des damaligen Landesgebietes,
 der Elbe und Oder, das geringe Gefälle, der reiche, durch

') einschl. 6,5 Mill. M. für den Altonaer Zollanschluss.
?) darunter allein 43 000000 M. Beitrag zum Kaiser Wilhelm-Kanal.