IV, Abschnitt. Sächliche Fonds. $ 248a. 1221
neuerer Erwägungen geplante weitere Regulirung der grösseren schiffbaren
 Flüsse näher entwickelte (Drucksache Nr. 34 des Hauses der
Abgeordneten, Session 1894).
Während für den Rhein und einzelne Nebenwasserstrassen darauf
gerechnet werden konnte, die in den früheren Denkschriften gesteckten
Ziele mit den veranschlagten Kostenbeträgen zu erreichen, ergab sich
für die übrigen Flüsse die Nothwendigkeit der Aufwendung weiterer
Geldmittel zur Fortsetzung der Regulirungsarbeiten. Im Einzelnen
sind nach den Angaben in $ 243 a an veranschlagten Kosten vorgesehen
für die Ems 8300000 M., Weser 667000 M., Elbe 4280000 M., Oder
1760000 M., Warthe 1150000 M., Pregel, Deime, Gr. Friedrichsgraben
 1180000 M., Weichsel 11960000 M., in Summa 21,2 Mill. M.

1. Das Rheingebiet,!)
$ 2438. a) Der Rhein von Bingen bis zur niederländischen Grenze (die obere Strecke
von Mainz bis Bingen ist besonders behandelt worden): Ziel laut Vereinbarung mit den Rhein-Uferstaaten
 bei einem Wasserstande von + 1,5 m am Kölner Pegel: von Bingen bis St. Goar
2 m Fahrtiefe, von St. Goar bis Köln 2,5 m Fahrtiefe, von Köln bis zur Grenze 3 m Fahr-‘iefe,
 die Breite des Fahrwassers von 90 m -nach unten hin allmählich auf 150 m zunehmend
Bauzeit 18 Jahre, veranschlagt auf 22000000 M., bis Ende 1901 verwendet 21 998 000 M.
b) Die Mosel: Ziel Höhenlage der Flusssohle 0,39 m bezw. 0,50 m unter Null der
Pegel zu Trier und Cochem. Bauzeit 6 Jahre, veranschlagt auf 1200000 M., bis Ende 1901
rzerwendet 1200 000 M.

2, Das Emsgebiet,
Die Ems von Greven bis Papenburg: Ziel 0,94 m Fahrtiefe bei kleinstem Wasserstande
 (1 100000 M.), von Papenburg bis Emden: Ziel allgemeine Aufbesserung des Fahrwassers
 für Seeschiffe (1 300 000 M.). Bauzeit 6 Jahre, veranschlagt auf 2 400 000 M., Nachregulirung
 300 000 M., bis Ende 1901 verwendet 2 694 000 M.
3, Das Wesergebiet,
Die Weser von Münden bis Minden: Ziel 1 m Fahrwasser bei Niedrigwasser, unterhalb
 Minden: Ziel 1,25 m Fahrwasser desgl. Bauzeit 5 Jahre (1.800 000 + 1 400 000 M.),
veranschlagt auf 3200000 M., Nachregulirung 667000 M., bis Ende 1901 verwendet
37992 000 M.

4. Das Elbegebiet,
a) Die Elbe von Melnick bis zur Fluthgrenze: Ziel 0,93 m Fahrtiefe bei jedem etwa
eintretenden niedrigsten Wasserstande. Bauzeit 12 Jahre, veranschlagt auf 8 600000 M..
Nachregulirung 4 230000 M., bis Ende 1901 verwendet 12418 000 M.
b) Die Unstrut und Saale von Artern bis zur Elbe: Ziel von Artern bis zur Elstermündung
 0,70 m Fahrtiefe bei kleinem Wasser, von da bis zur Elbe 0,93 m Fahrtiefe desgl.
Bauzeit 12 Jahre, veranschlagt auf 4 000 000 M., bis Ende 1901 verwendet 3999000 M.
5. Die Wasserstrassen zwischen Elbe und Oder,
Die Spree und Havel, einschliesslich des Landwehrkanals zu Berlin: Ziel 1,25 m
Fahrtiefe bei Niedrigwasser, Bauzeit 6 Jahr, veranschlagt auf 18 000 000 M., bis Ende 1901
verwendet 18 000 000 M.

1) Nach amtlichen Ermittelungen sind für Regulirung der preussischen Strecken des
Rheins aufgewendet von 1831—1866 25 Mill. M., 1867—1870 2,7 Mill. M., 1871-—1875
4,9 Mill. M., zus. bis 1875 32,6 Mill M., mit obigen 22 Mill. M. also bis 1900 zusammen
rund 53 Mill. M.