1226 Dritter Hauptabschnitt. Laufende Ausgaben.
Zahlen auf S. 1224 mitenthalten ist, liess sich für die einzelnen Jahre
nur von 1890 bis 1901 feststellen. Sie sind aus Anl. LXXV Spalte 4 ersichtlich
 und betrugen in dieser Zeit insgesammt:
extraordinär ............. 8162700 M.
ausseretatsmässig . . . . . . . 22900900 „
Summe 31063 600 M.

Insgesammt giebt es gegenwärtig nach der Uebersicht auf S. 1214
1839 km kanalisirte Flussstrecken auf den preussischen Wasserstrassen.

$&amp; 249, Im Einzelnen sind an bedeutenderen Kanalisirungen
von Flüssen seit Ausgang der 70er Jahre hervorzuheben:
Im Rheingebiet.
I. Das sehr bedeutende und erfolgreiche Unternehmen der Kanalisirung des Mains
von Frankfurt bis zur Einmündung in den Rhein, welches, nachdem die erste Rate dazu
bereits im Etat 1880/81 bewilligt worden war; auf Grund des mit den Regierungen der
Main-Uferstaaten unter dem 1. Febr. 1883 abgeschlossenen Staatsvertrages in den Jahren
1884/85 bis 1886/87 mit einem Kostenaufwande von 5500000 M. zur Ausführung gekommen
ist. Die Gesammtanlage ist durch die städtischen Lagerhaus- und Hafeneinrichtungen in
Frankfurt a. M. vervollständigt und zur vollen Entwickelung gebracht worden.
Infolge des stark gewachsenen Verkehrs wurde in den 90er Jahren ein weiterer
Ausbau erforderlich, Demgemäss sind in den Jahren 1891 bis 1894 zur Vertiefung der Fahreinne
 von Frankfurt bis zum Rhein für Schiffe bis zu 2,50 m Tiefgang und zur Verlängerung
der vorhandenen Schleusen für den Durchgang ungetheilter Schleppzüge 2985000 M. im
Extraordinarium des Etats der Bauverwaltung bereit gestellt worden.
2, Die Kanalisirung der Saar von Louisenthal bis Ensdorf ist in den Jahren 1878/79
and 1879/80 unter Aufwendung eines Restbetrages von zusammen 850000 M. zum Abschluss
zekommen. Eine Vertiefung der kanalisirten Strecke bis auf 2 m ist in der Ausführung
begriffen

Im Wesergebiet.
Die Fulda ist in den 90er Jahren auf der 28 km langen Strecke zwischen Cassel
und Münden kanalisirt worden, um für den gesteigerten Schiffsverkehr auf der oberen
Weser den Anschluss nach Cassel zu ermöglichen. Der Fluss ist dabei so regulirt und durch
Baggerungen vertieft worden, dass bei Wasserführungen der Fulda, die einer Fahrwassertiefe
 in der Weser von 1,5 m entsprechen, auch dort mindestens diese Tiefe vorhanden ist.
Es sind für die Kanalisirungsarbeiten in den Jahren 1890 bis 1894 3785250 M. im Extraordinarilum
 des Etats der Bauverwaltung bewilligt worden. Die Stadt Cassel leistete einen
Beitrag von 7230000 M.

Wasserstrassengebiet zwischen Elbe und Oder.
Der Gesammtentwurf zur Kanalisirung der Unterspree (nach der Denkschrift vom
27. Okt. 1880) umfasste ausser der Verbesserung des Wasserweges zwischen Berlin und der
Havel auch die Durchführung einer dritten Wasserstrasse durch die Stadt durch Einlegung
einer Schiffsschleuse in den Mühlendamm.
Nachdem die Stadt eine Betheiligung an den Kosten anfänglich abgelehnt hatte,
wurde der Entwurf auf das für die Schiffahrt zunächst Nothwendige, nämlich auf die Verbesserung
 des Spreelaufs von der Havel aufwärts bis zur Stadt beschränkt und hierfür der
Kostenbedarf von 2227000 M. veranschlagt und bewilligt. Der Bau ist in den Jahren 1883/84
bis 1887/88 unter Aufwendung von 2027000 M. einschliesslich der aus der Anleihe für
Verbesserung Märkischer Wasserstrassen entnommenen Ersnarnisse anschlaysmässie ausgeführt
 worden.
Endlich ist im Frühjahr des Jahres 1888 ein Uebereinkommen zwischen der königlichen
 Staatsregierung und der Stadtgemeinde Berlin, Ges. v. 6. Juni 1888 (64-8. 8. 238).