IV. Abschnitt. Sächliche Fonds. $$ 262, 263. 1237

den Lauf der Hase und erreicht bei deren Mündung wieder die Ems, die von Meppen abwärts
 bis Herbrum in einer 48km langen Strecke unter Beseitigung aller schärferen
Krümmungen durch 5 Stauanlagen kanalisirt ist. Unterhalb Herbrum waren nur Begradigungen
und Vertiefungen des Emsfahrwassers auszuführen. Von Oldersum nach Emden ist ein
9 km langer Seitenkanal geführt,
Die Sohlenbreite des Dortmund-Ems-Kanals beträgt 18 m, die Wassertiefe mindestens
2,5 m, so dass Schiffe von 600—800 To. Tragfähigkeit überall verkehren können.
. In Folge von baulichen Aenderungen, Steigerung der Arbeitslöhne und Materialienkosten
 entstanden erhebliche Ueberschreitungen der Baukosten, welche durch das Gesetz
v. 26. Juni 1897 in Höhe von 14 750 000 M. gedeckt wurden, sodass sich die ursprünglichen
Kosten von 64,6 Mill. M. auf 79 430 000 M. erhöhten.
Die Einnahmen sind im Verhältniss zu diesen Kosten verhältnissmässig gering, aber
in fortwährender Steigerung begriffen. Sie betrugen nach den neuesten Etats 1899 63 077 M.,
1900 120 340 M., 1901 155352 M., davon Verkehrsabgaben 1899 43 029 M., 1900 89265 M.,
1901 128955 M.!) Die jährlichen Unterhaltungskosten belaufen sich dagegen auf rund
710 000 M.
Aus Anlass des Kanalbaues haben mehrere am Kanalverkehr interessirte Städte mit
Staatsunterstützung neue Hafenanlagen geschaffen oder die vorhandenen den neuen Verhältnissen
 angepasst (Dortmund, Münster, Leer, Emden).
Zu seiner vollen Bedeutung wird der Dortmund-Ems-Kanal erst kommen, wenn einmal
durch den sog. Mittellandkanal die Verbindung mit dem Rhein und andererseits mit Weser
and Elbe hergestellt sein wird.
Im Elbegebiet.
Der Bau des Elbe-Trave-Kanals, welcher der Stadt Lübeck eine leistungsfähige Wasserstrasse
 nach der Elbe schafft und im Wesentlichen der Linie des alten Stecknitzkanals folgt,
ist für Rechnung des Lübeckschen Staats ausgeführt. Preussen hatte nur einen Beitrag zu
den auf 22 750 000 M, veranschlagten Baukosten zu leisten (bis 7,5 Mill. M., Ges. v. 20. Juni
1894, G.-8. 8. 125).
Die Länge des Kanals beträgt einschliesslich der Kanalhäfen 67 km, seine Sohlenbreite
 22 m, die Wassertiefe 2m und darüber. Es ist somit den grössten Elbfahrzeugen
der Verkehr auf dem Kanal ermöglicht.
Ausserdem fand die Herstellung und Verbesserung von einer grossen Anzahl kleiner
Kanäle statt. Es wurden in den 80er Jahren zur dauernden Verbesserung des Bromberger
 Kanals 1107000 M., des Oberländischen Kanals ebenfalls 1 Mill. M., für den
Plauer- und Ihle-Kanal 3250000 M., Landwehrkanal 331000 M.?) ausgegeben. In den
90er Jahren fanden weitere erhebliche Verbesserungen statt an dem Plauer- und Ihle-Kanal
 (1 433 400 M., die Interessenten trugen 227516 M. bei), an dem Berlin-Spandauer
Schiffahrtskanal (1021 600 M.), am Oranienburger Kanal (425000 M.), Templiner
Kanal?) (297 300 M.), Sacro-Paretzer Kanal (239 500 M.), Klodnitz-Kanal (1 018 200 M.),
Werbellin-Kanal (181 000 M.), Spoy-Kanal (31 600 M.), Bromberger Kanal (32700 M.).
$ 263, Insgesammt sind allein vom 1. April 1890 bis 31. März 1900
für die Anlage und Verbesserung von Schiffahrtskanälen 87 359 700 M.
aus Extraordinarienfonds der Bauverwaltung oder ausseretatsmässig
auf Grund besonderer Gesetze aufgewendet worden. Die daneben für
die Unterhaltung der Kanäle aufgewendeten Ausgaben stellten sich
im Jahresdurchschnitte auf 600 000 M.
Die kilometrische Verkehrsdichtigkeit beträgt für die hauptsächlichsten preussischen
Binnenlandskanäle und kanalisirte Flussstrecken (nach dem Handwörterbuch der Staatswissensch.
V. Bd. 8. 17 Art, Kanäle), Mill, To. (4 1000 kg) (1899 bezw. 1898):

1) Vergl. auch $ 159.
?) Ausser den in S 243a erwähnten Arbeiten.

3) L. 13.5 km. T. 0.7 m. Tr. 60 To.

7) oa