IV, Abschnitt. Sächliche Fonds, $$ 264, 265. 1239

Kapitalien in hohem Masse der Fall ist; ihre Wirkung ist mehr allgemein
 und volkswirthschaftlicher Natur. Ist es schon aus diesem
Grunde nicht möglich, dieselben, wie die Erträge der Eisenbahnen, in
Geld auszudrücken, so ist es anderseits da, wo die statistischen Zahlen
erhöhte Verkehrsziffern nachweisen, nicht nur die Vermehrung der
beförderten Massen, welche ins Gewicht fällt. Auch die in Zahlen
nicht zur Erscheinung gelangende erhöhte Sicherheit und Schnelligkeit
der Beförderung ist von nicht zu unterschätzender Bedeutung. Die Wasserstrassen
 befinden sich zumeist schon jetzt in einem Zustande, welcher
den Verfrachtern und Empfängern von Gütern die früher nicht vorhanden
 gewesene Möglichkeit gewährt, bestimmte Lieferungsfristen zu
vereinbaren und in Folge dessen auch werthvollere Waaren als bisher
 dem Wasserwege anzuvertrauen. Nicht minder fällt, bei sonst
gleichen Massen, die Verminderung der Beförderungskosten für die
Massen-KEinheit, welche sich als eine Folge des planmässigen Ausbaues
 der Wasserstrassen unzweifelhaft ergiebt, ins Gewicht, obwohl
sie aus den statistischen Nachweisungen in der Regel nicht ersehen
werden kann.
Endlich ist nicht ausser Acht zu lassen, dass die Zunahme des Eisenbahnverkehrs
 durchaus nicht in gleichem Verhältnisse zu der Betriebslänge
 stattgefunden hat, wie bei den Wasserstrassen.
Nach den Sympherschen Berechnungen über den Verkehr auf den
deutschen Wasserstrassen zeigt sich, dass in der Zeit von 1875—1900
der Gesammtverkehr Deutschlands von 13800 Mill. Tokm auf 48 400
Mill. Tokm. gewachsen ist, dass die Leistung der Wasserstrassen in
dieser Zeit von 2900 auf 11500 Mill. Tokm zugenommen hat, während
ihre gesammte Betriebslänge von 10000 km nur unerheblich, die der
Eisenbahnen aber von 26 500 km auf 49600 km bei einer Verkehrszunahme
 von 10900 auf 36 900 Mill. Tokm vermehrt worden ist. Sonach
 ist der kilometrische Verkehr auf den Wasserstrassen von 290000
auf 1150000 To. = 296 Proz., auf den Eisenbahnen von 410000 auf
740 000 To. =56 Proz. gestiegen. Von dem Gesammtverkehr entfielen
1875 bezw. 1900 auf Eisenbahnen 79 bezw. 76 Proz., auf Wasserstrassen
21 bezw. 24 Proz.
Ueber die Vergrösserung und Erhöhung der Tragfähigkeit der
Fahrzeuge auf den einzelnen Binnenwasserstrassen in Preussen (a)
und über die gesteigerte Verkehrsentwickelung (b) in den zwei letzten
Jahrzehnten mögen folgende Zahlen Aufschluss geben.')
a) Grösse und Tragfähigkeit der Fahrzeuge.
Die Anzahl der auf dem Rhein verkehrenden Schiffe ist erheblich gestiegen; es betrug
mit Ablauf des Jahres 1901: Die Gesammtzahl der Dampfschiffe 1123, mit insgesammt

1) Siehe zu nachstehenden Angaben:
1. Theil IL des Kongressführers für den IX, Internationalen Schiffahrtskongross, betr.
die Entwickelung der preussischen Wasserstrassen.
2. Beyerhaus, der Rhein von Strassburg bis zur holländischen Grenze;