Zweiter Hauptabschnitt, Behörden der Allgem. Landesverwaltung, $$ 32—833. 1311

hauptsächlich, weil die Kreissekretäre einige Jahre früher in eine
atatsmässige Stelle zu gelangen pflegten, wie jene. Durch die letzte
allgemeine Besoldungsverbesserung von 1897,98 sind die Kreissekretäre
nun auch im Mindestgehalt den Regierungssekretären gleichgestellt
(1800 - 4200 M., Höchstgehalt in 21 Jahren).
Auch die Kreissekretäre verwalten zahlreiche Nebenämter. (Nach dem Etat für
1902 gab es deren 379, meist für Verwaltung oder Revision von kleineren Kassen etc.)

8 82a. Die Zahl der Kreissekretärstellen hat sich seit 1876 etwas
— wenn auch nicht erheblich — stärker als diejenige der Landräthe
vermehrt (von 494 auf 513). Im Allgemeinen hat bei diesen Stellen
der gleiche Entwickelungsgang stattgefunden, wie bei den Landräthen.
[m Jahre 1895/96 kamen noch auf 484 Landräthe 489 Kreissekretäre.
ÜArst seit 1896/97 wurde die Zahl der letzteren um 24, auf 513 vermehrt.
 Der Grund war folgender: Im Beginne der 90er Jahre hatte
die starke Mehrbelastung der Kreisbureaus an besonders in Anspruch
senommenen Landrathsämtern zur Ueberweisung von Bureauhülfsarbeitern
 der Regierungen geführt. Hinsichtlich dieser war
zemäss Abs. 6 der Denkschrift über die Verbesserung der Lage der
Diätare durch Vermehrung der etatsmässigen Stellen (Beil. © zum
tat des F.-M. für 1. April 1893/94) das Verfahren beobachtet
Worden, wonach die bei den Landräthen beschäftigten Bureauhülfsarbeiter
 der Regierungen, wenn sie die etatsmässige Anstellung als
Regierungsbureaubeamte erlangten, auch in dieser Eigenschaft —
inter Bezug ihrer etatsmässigen Besoldung bei der Regierung — den
Landräthen als Hülfsarbeiter belassen werden konnten.
Nach Durchführung der Vereinigung der Bureaubeamtenstellen I.
und 1]I, Klasse bei den Regierungen (vgl. die zu Nr. 1 erwähnte Denk-Schrift
 und Bd. IX Buch VIII dieses Werkes. Etat des F.-M.) erschien
3in solches Verfahren nicht mehr zweckmässig. Es fand daher 1896/97
die Umwandlung der Stellen der gegenwärtig bei den Landrathsämtern
 beschäftigten 24 Regierungssekretariatsassistenten in
Kreissekretärstellen statt. ;
Der Fonds Tit. 2 betrug 1876 bereits 1351500 M. und 1902
L 628 895 M., hat sich also verhältnissmässig ebenso wie Tit. 1 nicht
Sehr gesteigert.

Kreisboten und Oberamtsdiener (Tit. 3).
st $ 33, Die Besoldung dieser Beamten betrug 1873 810—1050 M. und
3 bei der allgemeinen Besoldungsverbesserung der Unterbeamten
Bot ahre 1891 auf 900--1500 M. (Höchstgehalt in 21 Jahren). Die
. het an den Regierungen stehen etwas günstiger, indem das Mindest-5°halt
 bei ihnen 1000 M. beträgt.
RT die Kreisboten haben viele Nebenämter. 1902 ‚hatten allein 827 derselben
. (der Durchschnitt der Mehrzahl ist leider auch hier nicht mitgetheilt) Neben-