Vierter Hauptabschnitt. Gebiete der inneren Verwaltung. $$ 69, 70. 1337
1808 und später durch $2 Ziff. 9 der Regierungsinstruktion von 1817
die „Sammlung aller statistischen Nachrichten, ihr Ordnen und
Zusammenstellen zu Generalwerken“ zur Pflicht gemacht worden war.
Auch richtete man gegen Ende der 50er Jahre auf Dietericis, Hoffmanns
Nachfolger, Anregung an mehreren Regierungen, zunächst in Potsdam
und Frankfurt, besondere statistische Dezernate ein, deren Inhaber
dafür sorgen sollten, dass die statistischen Aufnahmen in zuverlässiger
Weise stattfänden. An allen Regierungen wurde ein statistisches
Dezernat erst unter Dietiricis Nachfolger, Engel, eingerichtet. ') ;
Im Laufe der folgenden Jahrzehnte hat sich indessen das
Statistische Bureau in seinen Arbeiten immer mehr von der Mittelinstanz
 der Regierungen frei gemacht, sich hinsichtlich der Sammlung
des Materials direkt mit den lokalen Stellen in Verbindung gesetzi
und die Sichtung und Richtigstelung des Ergebnisses in dem Bureau
Selbst vorgenommen.
Im Jahre 1869 wandte man zunächst zum ersten Male bei der
damals neu eingeführten Statistik der Verunglückungen und Selbst-Morde
 die Zählkartenmethode an.
Am Anfang der 70er Jahre ging man sodann von der alten
Methode der Aufnahme durch Listen mit komplizirten Tabellen, welche
die Behörden verschiedener Instanzen aufzustellen hatten, bei der
damals wichtigsten Aufnahme, der Bevölkerungszählung, zur Durchführung
 der Centralisation der Erhebungen auf Grund des Zähl-Kartensystems
 über. Diese Methode hat seitdem immer mehr Platz
gegriffen.
Das Centralisationssystem hat vor Allem den Vorzug, dass dem
Bureau das Urmaterial an Stelle der daraus gefertigten Listen zugänglich
 wird, welches nicht nur einen klareren und sichereren Einblick
S®währt, sondern es auch dem Bureau ermöglicht, das Material noch
%U anderen, als den ursprünglich vorgesehenen und für die Listenaufstellung
 massgebend gewesenen Zwecken auszunutzen. Daneben
Wurden die Provinzialbehörden bei dieser Erhebungsart erheblich entlastet;
 während andererseits bei dem Centralbureau der Arbeiterbedarf
Wuchs, dessen Mehrkosten aber gleichwohl nicht im Verhältniss zu der
Ursparung von Arbeitskräften in den Provinzialinstanzen stand.
Einnahmen (Kap. 31 "Tit. 2 und Tit. 1).
. $ 70. An Einnahmen des statistischen Bureaus erscheinen im
Etat zunächst diejenigen der im $ 67 erwähnten Verlagsanstalt in dem
1T’ongedachten Tit. 2. Dieselben betrugen schon Mitte der 70er Jahre
Aan15 000 M., stiegen Ende der 80er Jahre um einige Tausend Mark,
elen 1895/96 wieder auf 14850 M. und sind seit 1900 wieder etwas in

') vgl. Boeckh a. a. 0. 8. 97.