Vierter Hauptabschnitt. Gebiete der inneren Verwaltung, $$ 75—79, 1343

Die kartographische Thätigkeit des statistischen Bureaus, soweit sie
sich auf die Herstellung der Karte des Preussischen Staats erstreckte,
hörte jedoch schon 1900 auf, um welche Zeit sie auf den Generalstab
überging. An der Spitze des topographischen Bureaus standen früher 2,
jetzt 1 Plankammerinspektor, welcher an Gehalt den Bureaubeamten
gleichsteht.
$ 78, Tit. 11: Zur Remunerirung der Standesbeamten für Be-Schaffung
 der Materialien zur Statistik der Bewegung der Bevölkerung
und zur Herstellung und Auszählung der Zählkarten 81000 M.
Die Materialien zur Statistik der Bewegung der Bevölkerung,
Welche bis zum 1. Oktober 1874 von den Geistlichen geliefert wurden,
Sind in Folge der Ausführung des Gesetzes über die Beurkundung des
Personenstandes und die Form der Eheschliessung vom 9. März 1874
und mit Rücksicht auf die Uebertragung der Registerführung an die
Standesbeamten, jetzt nur durch Mitwirkung der letzteren zu gewinnen.
Diese Mitwirkung der Standesbeamten tritt in der Weise ein, dass die-Selben
 für jeden Registerfall eine Zählkarte nach einem von der
Centralkommission (s. 8 65) festgestellten Formular ausfüllen und die
S6sammelten Zählkarten an das statistische Bureau zur Verarbeitung
iNnsenden. Für die Ausfüllung der Zählkarten wird den Standesbeamten
 eine mässige Entschädigung von 3 M. für 100 Stück gewährt.
Der Fonds wurde mit 90000 M. eingestellt, wobei 18000 M. zur
Bestreitung der Kosten für die typographische Herstellung, Auszählung
der Zählkarten ete. gerechnet werden. Schon Ende der 80er Jahre
stieg er auf 103000 M. — wovon bei 2-—2,2 Mill. Registerfällen im
Jahre 64.000 M. auf Entschädigung der Standesbeamten und 89000 M.
auf sonstige Kosten entfielen — wurde aber seit 1899 auf 86500 M.
und seit 1900 auf 81000 M. vermindert, weil durch Vermehrung der
Statsmässigen Beamtenstellen Hülfsarbeiter entbehrlich wurden.

Extraordinarium (Kap. 9 des Etats).
fe $ 79, Aus dem Extraordinarium wurden zunächst, besonders in
Tüherer Zeit mehrfach grössere Beträge für das Dienstgebäude des
gtistischen Bureaus erforderlich. Bereits im Jahre 1816 wurde das
De 90.000 M. angekaufte Amtsgebäude in der Lindenstrasse seiner
stimmung übergeben (mit Dienstwohnung für den Direktor). Knde
der 60er Jahre wurde ein Neubau für 241 020 M. nothwendig.
a Aber sehon in Folge der Einführung der centralisirten Methode
zn Erhebung und Aufbereitung eines Theiles der vom Bureau festa
 tollenden statistischen Thatsachen, welche Methode zuerst 1869 (S 69)
1870 andt, bei der Volkszählung 1871, sodann bei der Viehzählung
Kin ihre Feuerprobe bestand, erwies sich das Dienstgebäude des
Öniglichen statistischen Bureaus abermals als zu klein, namentlich