Vierter Hauptabschnitt. Gebiete der inneren Verwaltung. $$ 109—111. 1375

Seit 1875 wurden zum Zweck verschärfter Kontrolle der Wochenmärkte und Fleischverkaufsstellen
 sogenannte Polizeithierärzte gegen Diäten angestellt; die Kosten trug der
Magistrat, weil die Thätigkeit dieser Thierärzte nur im sanitätspolizeilichen Interesse der
Stadt Berlin erfordert wurde. Die Zahl der Polizeithierärzte ist allmählich auf 11 erhöht
worden, Zur weiteren Entlastung der Polizeithierärzte in ihren Kontrollfunktionen auf dem
Viehhof und in den Markthallen wurden ausserdem seit dem Jahre 1883 nach und nach
) Hülfspolizeithierärzte bestellt, die nach Bedarf zum Dienste herangezogen werden.
Die Polizeithierärzte beziehen seit dem Jahre 1884 eine fixirte Remuneration, während
die Hülfsthierärzte nach wie vor nur auf die Diäten angewiesen sind. In Folge des Inkrafttretens
 des Polizeikostengesetzes vom 20. April 1892 wurden die Besoldungskosten, soweit es
sich um die Remunerirung für die Revisionen der animalischen Nahrungsmittel handelte,
auf die Staatskasse übernommen, wogegen die Kosten für die veterinärpolizeiliche Ueber-Wachung
 der Viehmärkte nach wie vor von der Stadtgemeinde getragen werden.

Bauinspektoren.
Der Umfang der baupolizeilichen Geschäfte der Behörde hatte sich bereits in den
60er Jahren in Folge der starken Zunahme der Bauthätigkeit und der gesteigerten Anforderungen
 an die Kontrolle der Privatbauten dermassen gesteigert, dass eine Erweiterung
des für die Handhabung der Baupolizei vorhandenen in der Abtheilung III zusammen-Befassten
 Beamtenorganismus erforderlich wurde. Es wurde, daher im Jahre 1865 der Polizeibezirk
 Berlin in drei Baukreise getheilt, deren Zahl im Jahre 1873 auf acht, im Jahre 1889
Wf zehn und im Jahre 1897 auf elf erhöht wurde.
_ Die Austattung der Bauinspektionen mit Hülfskräften ist seit dem Jahre 1898 in der
Weise geregelt, dass jedem Bauinspektor ein staatlich besoldeter Regierungsbaumeister,
Welcher ihn in Behinderungsfällen zu vertreten hat, und ein gleichfalls staatlich besoldeter
Bausekretär zur Hülfeleistung beigegeben ist; abgesehen hiervon hat jeder Bauinspektor aus
Sölner Dienstaufwandsentschädigung einen technisch vorgebildeten Privatgehülfen zu halten,
Vor den bestanden feste Vorschriften über die Besetzung der Bauinspektionen nicht.

Gewerbeinspektoren.
sine es in den 50 er Jahren war auf Grund des Gesetzes vom 16. Mai 1853 (G.-S. S, 225)
Boschamn rStelle bei dem Polizeipräsidium eingerichtet gewesen für die Beaufsichtigung der
Port eng jugendlicher Arbeiter in Fabriken, Diese Dienststelle kam später wieder in
sin All, Mit dem 1. Jan. 1874 wurde die Stellung eines Königlichen Fabrikinspektors neu
Sörichtet, welcher 1879 den Titel „Gewerberath“ erhielt.
sine Die Arbeiterschutzvorschriften der Gewerbeordnungsnovelle vom 1, Juni 1891 bedingten
Rückeiere nn erhebliche Ausdehnung der Geschäfte der Gewerbeaufsichtsbeamten, Mit
folgten. £ hierauf wurden, entsprechend der damals allgemein im ganzen Staatsgebiet er-In
 nen Umgestaltung dieses Dienstzweiges, in Berlin drei Gewerbeinspektionsbezirke gebildet.
m Oster Zeit sind fünf Gewerbeinspektionsbezirke (C, 0, S, W und N) gebildet und mit
der 1 8m Inspektor und einem Assistenten besetzt worden. Ausserdem wurden im Laufe
Stzten beiden Jahre zwei weibliche Gewerbeinspektionsbeamte angestellt.
blieb Um Gewerberath, der seit 1892 den Titel „Regierungs- und Gewerberath‘“ führt, verals
 16 obere Leitung der Gewerbeinspektionen. Ihm steht seit 1899 ein Gewerbeinspektor
S®Werbetechnischer Hülfsarbeiter zur Seite.

Mittlere und Unterbeamte.
der Mu, Die starke Vermehrung dieser Beamtengruppe ist hinter
JeNigen der höheren Beamten nicht zurückgeblieben.