Vierter Hauptabschnitt, Gebiete der inneren Verwaltung. $$ 21S, 219. 1441

Anstalten meist 20—40, Aufseherinnen 192); der Aufsichtsdienst wird
überwacht von dem Oberaufseher (Oberaufseherin). Jede Anstalt
hat einen Hausvater (Hausmutter), denen die Verwaltung der
Kleidung, Lagerung, des Inventars obliegt. In kleineren Anstalten ist
das Amt eines Öberaufsehers (Oberaufseherin) und des Hausvaters
(Hausmutter) vereinigt. Zur Leitung des Arbeitsbetriebes ist dem
Arbeitsinspektor ein Werkmeister (in einigen Anstalten zwei) beigegeben.
 Hat eine Anstalt maschinelle Anlagen, so ist zu deren
Leitung und Ueberwachung ein Maschinenwärter angestellt (im Ganzen
an 15 Anstallten), Zum Betriebe einzelner Handwerke für Rechnung
der Anstalt werden besondere Werkmeister gegen Lohn angenommen,
die den Charakter als Hülfsbeamte haben, Zur Aushülfe bei der
Bewältigung des Schreibwerks werden in den meisten Anstalten noch
Gefangene verwendet; diese Einrichtung wird beseitigt durch Einschränkung
 des Schriftwerkes und Annahme von Lohnschreibern.

Vorbildung.
8 219. Von den Vorbedingungen zur Anstellung handeln die
SS 49—53 der Dienstordnung vom 14. Nov. 1902.

a) Oberbeamte,

Die Direktoren, Vorsteher, Inspektoren, Sekretäre, Assistenten,
Hausväter, Oberaufseher, Aufseher, sind mit wenigen Ausnahmen aus
dem Militärstande hervorgegangen. Die Vorbildung der Beamten
geschieht im praktischen Dienste; es wird kein Beamter angestellt,
der sieh nicht zuvor in einer längeren Probedienstzeit die erforderlichen
 Kenntnisse angeeignet und sich als brauchbar bewährt hat.
Inspektoren, Sekretäre und Assistenten müssen Militäranwärter
öder zum Subalterndienst befähigt, vollkommen gesund und körperlich
kräftig sein, sie sollen beim Dienstantritte das 26. Lebensjahr vollendet
und das 40, nicht überschritten haben.
Den Weiberabtheilungen der Gefängnisse zu Siegburg, Breslau,
Cöln, Kottbus und Halle a./S. steht unter Leitung des Direktors eine
Öberin vor; den Unterricht ertheilt eine Lehrerin, die zugleich in der
Verwaltung mit verwendet wird; statt der männlichen Oberbeamten
Sind Buchhalterinnen angestellt. Diese Einrichtung hat sich bewährt;
ihre Ausdehnung auf die anderen Weibergefängnisse ist in Aussicht
Zenommen.

b) Unterbeamte.

In die Stellen der männlichen Unterbeamten sind Militäranwärter
Nach Massgabe der Grundsätze für die Besetzung der Subaltern- und
Unterbeamtenstellen mit Militäranwärtern vom 10. Sept. 1882 und den
dazu ergangenen Ausführungsbestimmungen zu berufen,