Vierter Hauptabschnitt. Gebiete der inneren Verwaltung. $$ 230-—282, 1449

Der Arbeitsreinertrag für 1901 nach seinem Ursprung vertheilte
sich wie folgt: in den in den
Strafanstalten Gefängnissen
M. M,
Aus den Betrieben für Reichs- und Staatsbehörden . 614227 136 019
Aus dem Unternehmerbetriebe . ...... . 9942380 449 013
Aus den Landeskulturarbeiten . . ...... . 77351 95 539
Summa . . 1.685 808 730 571
2416379
Per Kopf und Tag betrug der Reinertrag aus der Arbeit -— Rohertrag
 nach Abzug von Verwaltungsausgaben und Arbeitsprämien —
in Pfennigen 1894/95 bei den Strafanstalten 40, bei den Gefängnissen 28,
1895/96 40 bezw. 28, 1896/97 40 bezw. 28, 1897/98!) 39?) bezw. 29.
1898/99 39 bezw. 30, 1899 36 bezw. 31, 1900 35 bezw. 27, 1901 32 bezw. 27.
$ 231. Der Rückgang des KErtrages aus der Gefangenenarbeit verbunden
 mit demjenigen des Ertrages aus der Viehwirthschaft (s. 8 225) hat
natürlich einen Rückgang der Gesammteinnahmen zur Folge, während
die Ausgaben fortgesetzt erheblich steigen. Von Mitte der 90er Jahre
ab gehen die Einnahmen absolut herab (8 232).. Aus den Ziffern der
Anl. XC geht aber auch ein stärkerer relativer Rückgang hervor.
Danach sanken die gesammten Einnahmen der Verwaltung von
1894/95 bis 1901 per Kopf und Tag bei den Strafanstalten und Gefängnissen
 von 30,7 M. auf 26,6 M., während die Ausgaben von 85.4 M.
auf 98,8 M. stiegen.
Der staatliche Unterhaltungszuschuss stieg von 54,7 M. pro Tag
und Kopf auf 72,2 M. pro Tag und Kopf,
Trennt man die Strafanstalten von den Gefängnissanstalten, so
stellen sich (nach Anl. XC) die Ziffern für jene noch ungünstiger, für
letztere dagegen günstiger (wie dies übrigens auch aus den in $ 230
gegebenen Zahlenreihen hervortritt)., Der Grund dieser Erscheinung
ist lediglich darin zu suchen, dass es sich bei den Gefängnissgefangenen
 mehr um mit kurzzeitigen Strafen belegte Sträflinge
handelt, bei denen eine Beschäftigung durch Unternehmer mehr am
Platze ist, als bei den für lange Zeit detinirten.

Entwickelung des Kap. 31 Tit. 6 der Einnahme.
„. $ 232. Vergleicht man die Entwiekelung des Fonds Kap. 31
Tit. 6 mit denen früherer Jahre (Anl. LXXXI S. 272-275), so zeigt
Sich, dass die Höhe derselben in den 70er und 90er Jahren zwischen
2 und 3 Mill. M. schwankte, doch geht seit 1895/96 bis 1898/99 der
Ertrag ständig zurück (3151499 M., 3156777 M., 2986189 M., 2974988
Mark). Plötzlich tritt dann eine starke Steigerung für 1899 auf 5954 009
Mark hervor, während die nächsten Jahre wieder eine langsame Ver-Minderung
 bis auf 5564730 M. für 1908 bringen.
1) Seit 1897/98 unter Berücksichtigung des Mehr- bezw. Minderwerths der Bestände,
?) In der Statistik steht 35. das ist aber ein Druckfehler.